Nortof (bg) – Windstrom im Norden und Solarstrom im Süden. Damit der Strom von hier nach dort kommt, müssen neue Leitungen queer durch Deutschland verlegt werden. Eine dieser neuen Leitungen ist der SuedLink. Insgesamt 2.420 Kilometer Erdkabel werden von Brunsbüttel und Nortorf verlegt: unter der Elbe hindurch, an Glückstadt, Hannover, Göttingen und Eisenach vorbei bis nach Bayern und Baden-Württemberg.
In dieser Woche kam Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur beim Land Schleswig-Holstein, nach Nortorf, um den Grundstein für den „Konverter Wilster“ und damit den SuedLink selbst zu legen. Im Konverter wird Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt oder umgekehrt.
Den Auftrag für den Bau des SuedLinks ging an TenneT im Norden und Transnet BW im Süden. „SuedLink wird Realität“, freute sich Thorsten Dietz, Director Large Projects DC bei TenneT. „Wir bauen in allen Bundesländern. Die Energiewende geht voran.“ Der SuedLink sei wichtig für die Versorgungssicherheit in Deutschland, betonte Thorsten Dietz. „Der Strom, der hier produziert wird, muss runter gebracht werden nach Süddeutschland. SuedLink wird insgesamt vier Gigawatt Energie transportieren können. Das ist so viel wie vier abgeschaltete Atomkraftwerke. Wir investieren damit ganz klar in die Zukunft des Landes. So können sowohl das Netzt als auch die Kosten der Energiewende stabilisiert werden.“
„Es ist eine große Freude, Energiewendeminister dieses Landes zu sein, weil man für etwas verantwortlich ist, das wirklich voran geht“, sagte Tobias Goldschmidt. „Projekte wie dieses hier ermöglichen es, dass wir klimaneutral werden, dass wir ein starkes und erfolgreiches Land sein können. Grüner Strom ist der Treibstoff unserer Volkswirtschaft, um unsere Industrie zu elektrifizieren. In Schleswig-Holstein haben wir inzwischen 200 Prozent unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Wir sind die grüne Steckdose für ganz Deutschland. Der Netzausbau hat es bereits möglich gemacht, dass 70 Prozent der Abregelungen von Windkraftanalgen inzwischen der Geschichte angehören. Wir nörgeln nicht, wir machen Energiewende!“
Manfred Boll, Bürgermeister von Nortorf, nutzte zum Abschluss die Chance, seine Gemeinde kurz vorzustellen. „Hier entsteht einer der größten Stromumschlagplätze für grüne Energie in Deutschland. Und dazu kommt: Wir erzeugen hier auch noch Strom. Deswegen sollte man sich Nortorf, wenn man von grüner Energie spricht, merken“, sagte er und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Nicht Wilster, das ist immerhin noch Nortorf.“