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Städtepartnerschaft soll wieder aufblühen!

Drawsko Pomorskie und Bad Bramstedt wollen ihre Partnerschaft intensivieren.

Im Beisein von Bürgermeister Felix Carl (Mitte) haben Wieslawa Hnatewicz (Leiterin Grundschule „Szkola Podstawow im. Orla Bialego w Mielenku Drwaskin“, und Dirk Dillschneider, Leiter der Gemeinschaftsschule Auenland, einen „Letter of Intent“ unterschrieben, der die Absicht zum Ausdruck bringt, dass beide Schulen eng zusammenarbeiten wollen. Fotos: Straehler-Pohl

(V.li.) Zbigniew Warnito (Stadtrat), Ireneus Gendek (Vorsitzender Stadtrat), Stefanie Polek, Dirk Dillschneider (Gemeinschaftsschule Auenland), Wieslawa Hnatewicz (Leiterin Grundschule „Szkola Podstawow im. Orla Bialego w Mielenku Drwaskin“ und Aneta Olszacka (Leiterin Kulturzentrum Drawsko) bei einer spontanen Besichtigung der Gemeinschaftsschule Auenland, wollen die Partnerschaft auf Ebene der Schulen konkret ausbauen.

Bad Bramstedt (usp) – Die seit gut 30 Jahren währende Partnerschaft zwischen den Städten Bad Bramstedt und Drawsko Pomorskie in Polen zu stärken und wieder auf eine breitere Basis zu stellen, das ist das erklärte Ziel der Bürgermeister Felix Carl und Krzysztof Czerwinski. Um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen, trafen sich eine Delegation aus Drawsko und Mitarbeiter der Bad Bramstedter Verwaltung am Rande des Musikfestes zu einer Besprechung. Insbesondere der Austausch mit Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschule Auenland und der Grundschule Mielenko aus Drawsko, für die bereits ersten konkreten Schritte erfolgten, wurde durch eine schriftliche Absichtserklärung beider Schulen bestärkt. 
Immer wieder gab es in der Vergangenheit gute Ansätze, dass die Partnerschaft sich nicht nur auf Besuche von offiziellen Vertretern beschränkt. So gab es vor vielen Jahren Besuche und Gegenbesuche durch Schulen, Sportvereine oder musikalische Gruppierungen. Zuletzt gab es im Jahr 2016 das Projekt, einen Kalender mit Stadtansichten von Drawsko Pomorskie und Bad Bramstedt für das Jahr 2017 zu erstellen, das künstlerisch mit Schülern der Partnerstädte verwirklicht worden war. Viele Aktivitäten waren jedoch nach und nach eingeschlafen. Vielfach habe es daran gelegen, dass das Personal, unter anderem in den Schulleitungen und bei Lehrern gewechselt habe, waren sich die beiden Gesprächsgruppen einig. Aber auch Corona habe eine tiefe Schneise in die Möglichkeiten, Partnerschaft praktisch zu pflegen, geschlagen. 
Im April dieses Jahres wurden aber erste neue Anstrengungen unternommen, indem eine Gruppe von fünf Lehrerinnen und Lehrern, darunter die stellvertretende Schulleiterin der Auenlandschule, Manuela Heymann, und ihre Kollegin Stefanie Polek, Koordinatorin Erasmus+, die beide fließend Polnisch sprechen, nach Drawsko reisten. Außerdem hatte Stefanie Polek im vergangenen September eine Delegation der Stadt nach Drawsko begleitet. Begünstigend für künftige Aktivitäten sei, dass in der Drawskoer Schule zum 1. September eine neue Deutschlehrerin ihre Arbeit aufnimmt, erklärt Schulleiterin Wieslawa Hnatewicz, deren Schule mit 187 Schülerinnen und Schülern deutlich kleiner ist als die Auenlandschule mit aktuell zwischen 900 und 1.000 Schülerinnen und Schülern. Erstes Ergebnis der neuen Kontaktaufnahme sei ein Briefwechsel zweier sechster Klassen, so Stefanie Polek. Ziel sei aber ein Schüleraustausch für Mittelstufen, erklärt sie. Mit einem sogenannten „Letter of Intent“ zwischen der Gemeinschaftsschule Auenland und der Grundschule „Szkola Podstawow im. Orla Bialego w Mielenku Drwaskin“ erklären die beiden Schulleitungen eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit aufzubauen mit dem Ziel, den interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und Polen zu fördern, gegenseitiges Verständnis zu stärken sowie gemeinsame Begegnungsprojekte zu entwickeln. Schüler und Lehrkräfte sollen voneinander lernen, sprachliche Kompetenzen ausbauen und europäische Werte wie Toleranz, Offenheit und Zusammenarbeit aktiv leben, so weitere Ziele. Sprachliche Probleme sieht Stefanie Polek weniger, da die Grundschule in Polen über acht Jahre geht und die Fächer Deutsch und Englisch dort unterrichtet werden. Während Bürgermeister Felix Carl in der 
Drawskoer Schule festgestellt hat, dass dort „ein anderer Wind herrscht“, die Handys in der Schule abzugeben sind und die Schule sehr aufgeräumt wirkt, wunderte sich die polnische Delegation bei einer spontanen Besichtigung der Auenlandschule, dass dort ohne jede Kontrolle das Betreten möglich ist.
Auf Fachebene der Rathäuser sollen bei einem nächsten Besuch im Herbst Erfahrungen im Bereich Katastrophenschutz ausgetauscht werden. Obwohl sie meinten, gut aufgestellt zu sein, hätten sich bei einem kürzlich erfolgten totalen Stromausfall Lücken aufgetan, berichteten die polnischen Gäste. Aus diesem Umstand, so hoffen die deutschen Gäste, könnten sie für die Zukunft lernen. Des Weiteren soll von den enormen Erfahrungen, die auf polnischer Seite bei der Generierung von EU-Mitteln gesammelt wurden, bei einem Besuch profitiert werden. Begünstigend dabei sind die ab dem Jahr 2027 bestehenden Möglichkeiten, aufgrund von EU-Projekten Fördermittel erhalten zu können, aber nur, wenn diese durch mehrere Staaten einer Region realisiert werde. Daraus lassen sich künftig hervorragende Synergien erreichen, sind beide Seiten überzeugt.
Und nicht zuletzt soll der Kontakt zu einer Stadt nahe Stettin, die sich als Magnolien-Stadt einen Namen gemacht hat, hergestellt werden. 
Damit sollen die Pläne des Bauhofs, auf lange Sicht Ähnliches auf die Beine zu stellen, um es in Bad Bramstedt zunächst einem Fachpublikum, später auch Touristen anbieten zu können, ein Stückchen näherzurücken. Der erste Schritt in diese Richtung ist bereits durch die Anschaffung von 500 Magnolien verschiedener Art getan.   
 

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