Itzehoe (ps) – „Mama, was ist eigentlich ein Jubiläum?“, fragte ein Kind auf dem Flur der Kaiser-Karl-Schule (KKS) seine Mutter. Das Geschwisterkind antwortete: „Ein Jubiläum ist, wenn man Zahlen feiert.“ Ganz falsch liegt das Kind damit nicht. Doch an diesem Mittwoch zeigte die KKS, dass ein Jubiläum mehr als eine Zahl ist.
Unter dem Motto „KKS gestern – heute – morgen“ feierte die Schule ihr 160-jähriges Bestehen. Schüler, Lehrkräfte, Ehemalige und Interessierte blickten auf dem Schulgelände auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „Das Besondere des Jubiläums sind die vorangegangenen Thementage“, sagte Lehrer und Organisator Herwig Neumeyer. Drei Tage lang hatte es keinen regulären Unterricht gegeben. Stattdessen entstanden Projekte für das Jubiläum.
Besonders deutlich wurde das Motto in den Beiträgen der Schüler. Rund um die Sechstklässlerin Charlotte Glaner entstand ein Musical, das im Jahr 2186 spielt. Virtuelle Klassenräume, KI-gesteuerte Einkaufsroboter und Social-Media-Plattformen treffen darin auf die Ruine der KKS und ehemalige Lehrkräfte. Zwischen Musik und Zukunftsvision stand eine Frage, die auch heute schon aktuell ist: Wie wichtig bleiben gemeinsames Lernen und echter Kontakt?
Im Nebenraum führte das Theaterstück „Schule vor 160 Jahren“ zurück in die Vergangenheit. Unter der Leitung zweier Lehrkräfte zeigten Schüler den Schulalltag mit Rohrstock, Geschlechtertrennung und Angst vor der Lehrkraft – und damit, wie sehr sich Schule verändert hat. Einen Gegenwartsbezug setzte Nele Peters aus der Q1, die nach Besuchen bei Feuerwehr, DRK und Rettungshundestaffel eine Auffrischung in Herzdruckmassagen gab.
Eröffnet worden war das Fest zuvor mit einem musikalischen Empfang zu dem „Gute Laune“-Song in Kooperation mit dem Seniorenheim Caritashaus St. Josef. Anschließend begrüßte Schulleiterin Regina Hübinger die Gäste in der vollen Aula. Sie erinnerte daran, dass die Schule 1866 als Städtische Evangelische Realschule gegründet worden war und erst 1910 ihren heutigen Namen erhielt. Vieles habe sich verändert, besonders durch technische Entwicklungen. Geblieben sei aber der Anspruch, die Welt besser verstehen zu wollen.
Auch die Schülervertreterin Lina Beser betonte, Schule sei mehr als Unterricht: ein Ort für Freundschaften und Zusammenleben. Sabine Schramm vom Ehemaligenverein blickte auf den Wandel „von zugeknöpften Lehrern zu einer jungen Schulleitung“ zurück. Bürgermeister Ralf Hoppe lobte schließlich das Schulklima und das Engagement vieler Schüler.
So wurde das Jubiläum der Kaiser-Karl-Schule zu mehr als einer Geburtstagsfeier: Es zeigte, wie eine Schule aus ihrer Vergangenheit lernen und ihre Zukunft gestalten kann.