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Phänomenales Lauf-Comeback

Ute Rohregger wird Weltmeisterin im Berglauf

© Robert Rohregger

© Robert Rohregger

Itzehoe/Janske Lazne (anz) – Am Hitzewochenende vom 26. bis 28. Juni fanden im tschechischen Kurort Janske Lazne im Riesengebirge die Weltmeisterschaften der Masters-Bergläufer statt. In Sichtweite der Schneekoppe, des höchsten Bergs der Region, wurden trotz Temperaturen zwischen 33° C und 40° C zur jeweiligen Laufzeit drei hochklassig besetzte Wettkämpfe ausgetragen. 

Ute Rohregger vom Sport-Club Itzehoe war für das erste und dritte Rennen gemeldet. Aufgrund ihrer komplizierten Unfallverletzung Ende Januar – Wadenbeinbruch, Sprunggelenkabsplitterungen und Ausriss des Syndesmosebands – begann sie erst kurz vor der Fahrt nach Tschechien mit erstem Lauftraining. Beim gemeinsamen Training mit ihrem Mann im Teutoburger Wald wurde sie rasch schneller und mutiger. Ihre Hoffnung für die Weltmeisterschaften beschränkten sich dennoch aufs bloße Ankommen.

Im Vorfeld beider Läufe kristallisierte sich heraus, dass Ute Rohregger den DLV mit den starken Berglauf-Assen Christine Sigg-Sohn (LG Esslingen) und Alexandra Gundel (LG Allgäu) vertreten würde. Mit dieser unverhofften Chance ging natürlich auch die Verantwortung einher, alles für sich selbst und erst recht für das deutsche Team W55 in die Waagschale zu werfen.

Freitagmittag stand der „Uphill“ auf dem Programm: 7,8 Kilometer Distanz, über 850 Höhenmeter bergauf in praller Sonne und über meist grasige Skipisten, bis hinauf zum Ziel am Gipfel des Cerna Hora in 1.280 Metern Höhe. Ute Rohregger kämpfte sich großartig den Nachbarberg der Schneekoppe hinauf und finishte nach 73 äußerst anstrengenden Minuten auf einem fantastischen 13. Rang in der Einzelwertung. Christine Sigg-Sohn stürmte sogar zur Bronzemedaille, Alexandra Gundel erreichte das Gipfelziel als Fünfte. Nach der Addition der Platzierungspunkte war schnell klar, dass das deutsche Trio GER W55 souverän zum Titel gelaufen ist. Ute Rohregger wurde gleich in ihrem ersten Wettkampf des Jahres Weltmeisterin.

Als am Sonntagmorgen – bei nunmehr 38° C mit steigender Tendenz – der „Up/Down Classis“ gestartet wurde, lagen 9 Kilometer Distanz und knapp 600 Höhenmeter rauf und wieder runter vor den Läuferinnen. Italien, Irland und Ungarn brachten frische Läuferinnen an den Start, die Deutschen wollten es noch einmal mit dem Weltmeister-Trio versuchen. Bronze war durchaus möglich, doch die Beine waren aufgrund der vorherigen Anstrengungen und des sicher alles andere als idealen Wetters schwer. 

Vor allem für Alexandra Gundel, die beim „Long Distance Trail“ (23 Kilometer, 1.331 Höhenmeter) am Samstag fantastische Dritte wurde, würde es eine Herausforderung, aber die Allgäuerin blieb ganz entspannt. Im Rennen wuchsen die Deutschen tatsächlich ein weiteres Mal über sich hinaus. Christine Sigg-Sohn finishte als Vierte, Alexandra Gundel wurde hinter ihr Fünfte und Ute Rohregger trug mit einem starken 17. Platz dazu bei, dass nicht nur die Ungarinnen deutlich, sondern auch das irische Team knapp geschlagen werden konnte. Nur die ausgeruhten Italienerinnen konnten den Deutschen den Titel knapp wegschnappen. Die drei W55-Läuferinnen konnten sich bei der anschließenden Siegerehrung als neue Vize-Weltmeisterinnen funkelnde Silbermedaillen umhägen lassen.

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