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Jeder 33. Autofahrende greift zum Smartphone

Initiative „Kopf hoch!“

© ACE/Rüdiger Rohlf

Itzehoe/Tornesch (anz) – Ein kurzer Blick auf das Smartphone, eine gelesene Nachricht oder ein schneller Griff zum Display: Was für viele zur Gewohnheit geworden ist, kann im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben. Mit der bundesweiten Clubinitiative „Kopf hoch!“ nimmt der Auto Club Europa (ACE) die Smartphone-Nutzung am Steuer in den Fokus. Auch der ACE-Kreis Westküste beteiligte sich an der Aktion und führte Verkehrsbeobachtungen in Tornesch und Itzehoe durch.

Wenige Sekunden können entscheidend sein
Das Smartphone ist aus dem Alltag kaum wegzudenken. Doch wer während der Fahrt Nachrichten liest, Musik auswählt oder Apps bedient, lenkt seine Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen ab. Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden auf sein Smartphone blickt, fährt rund 28 Meter im Blindflug. Doch auch in Tempo-30-Zonen ist die Gefahr erheblich: Hier legt ein Fahrzeug in derselben Zeit noch etwa 17 Meter zurück. Gerade in Bereichen mit Schulen, Kindergärten oder hohem Fußgängeraufkommen können wenige Sekunden Unaufmerksamkeit bereits zu einem schweren Unfall führen.

Die Unfallzahlen unterstreichen die Problematik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im Jahr 2024 bei 8.722 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung als Unfallursache festgestellt. In 1.039 Fällen war die Nutzung elektronischer Geräte nachweislich unfallursächlich. 25 Menschen verloren dabei ihr Leben.

853 Fahrzeuge kontrolliert – 26 Handyverstöße festgestellt
Für den Handy-Verkehrs-Check wählten die Ehrenamtlichen des ACE-Kreis Westküste drei stark frequentierte Standorte in Tornesch und Itzehoe aus.

An der Ahrenloher Straße in Tornesch in Fahrtrichtung A23 wurden innerhalb von 30 Minuten 247 Fahrzeuge beobachtet. Dabei registrierten die Ehrenamtlichen acht sichtbare Smartphone-Verstöße. An einer zweiten Kontrollstelle an der Ahrenloher Straße in Fahrtrichtung Tornesch-Stadt passierten 390 Fahrzeuge die Beobachtungsstelle. Hier wurden elf Fahrer bei der Nutzung ihres Smartphones am Steuer festgestellt.

In Itzehoe führte der ACE die Beobachtung an der Kreuzung Lindenstraße/Grunerstraße durch. Dort wurden innerhalb von 30 Minuten 216 Fahrzeuge erfasst. Sieben Fahrzeugführer nutzten während der Fahrt oder im unmittelbaren Verkehrsgeschehen sichtbar ihr Mobiltelefon.

Innerhalb von insgesamt 90 Minuten Beobachtungszeit erfassten die Ehrenamtlichen 853 Fahrzeuge und dokumentierten 26 Smartphone-Verstöße. Dies entspricht einer Quote von rund drei Prozent. Anders ausgedrückt: Etwa jede 33. beobachtete Person griff zum Smartphone, obwohl ihre Aufmerksamkeit eigentlich dem Verkehr gelten sollte.

Aufmerksamkeit gehört auf die Straße
Frank Claußen, ehrenamtlich Engagierter im ACE-Kreis Westküste, sieht die Ergebnisse mit Sorge: „Viele Menschen unterschätzen noch immer die Gefahr, die von einem kurzen Blick auf das Smartphone ausgeht. Wer nur wenige Sekunden abgelenkt ist, legt bereits eine erhebliche Strecke zurück, ohne das Verkehrsgeschehen vollständig wahrzunehmen. Unsere Beobachtungen zeigen, dass hier weiterhin Aufklärungsbedarf besteht.“

Rüdiger Rohlf, Regionalbeauftragter des ACE für die Region Nord, ergänzt: „Die Ergebnisse unserer Beobachtungen machen deutlich, dass Smartphone-Ablenkung leider nach wie vor zum Straßenbild gehört. Jeder dokumentierte Verstoß bedeutet ein unnötiges Risiko für alle Verkehrsteilnehmer. Mit unserer Clubinitiative möchten wir die Menschen dafür sensibilisieren, das Handy während der Fahrt konsequent beiseitezulegen. Keine Nachricht ist so wichtig, dass dafür die eigene Sicherheit oder die Sicherheit anderer aufs Spiel gesetzt wird.“

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