Itzehoe (anz) – In seinen Frühjahrskonzerten schöpft das Landesjugendorchester Hamburg (LJO Hamburg) aus dem vollen Klangfundus: Mit Gustav Mahlers 1. Sinfonie widmet sich das Orchester mit rund 90 Musikern einem farbenreichen Meisterwerk – hier trifft jugendlicher Esprit auf einen großen Klassiker der Spätromantik. Zudem präsentiert das Ensemble in seinen Konzerten in der Laeiszhalle und im theater itzehoe mit der Mezzosopranistin Ann-Beth Solvang als Solistin vier innige Lieder aus dem vielfältigen Schaffen von Richard Strauss.
Termine
theater itzehoe: 17. Mai, 18 Uhr
Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal, 20. Mai, 19.30 Uhr
Programm
Richard Strauss: Lieder für Gesang und Orchester
„Zueignung“ op. 10/1, „Wiegenlied“ op. 41/1, „Meinem Kind“ op. 37/3, „Morgen!“ op. 27/4
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Titan“
Tradition trifft im LJO Hamburg auf Energie und Spielfreude. Mit seinem künstlerischen Leiter Johannes Witt und der Sängerin Ann-Beth Solvang – ehemaliges Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg – bringt das Jugendorchester vier Lieder von Richard Strauss zu Gehör, bevor rund 90 junge Musiker in die Klangwelt von Mahlers 1. Sinfonie eintauchen.
Richard Strauss’ Lieder „Zueignung“, „Wiegenlied“, „Meinem Kinde“ und „Morgen!“ zeigen eindrucksvoll die Vielfalt seines frühen und mittleren Liedschaffens. Sie entstammen vier unterschiedlichen, teils autobiographisch inspirierten Liederzyklen, aber alle Werke eint eine Intimität und Emotionalität, die sich in lyrischen Bögen sowie leidenschaftlicher Dringlichkeit ausdrückt. Ursprünglich für Gesang und Klavier komponiert, wurden alle Lieder später von Strauss farbenreich orchestriert.
Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1 D-Dur, oft „Titan“ genannt, markiert seinen eindrucksvollen Einstieg in die Gattung der Sinfonie. Das groß besetzte Werk verbindet spätromantische Ausdruckskraft mit – für Mahlers Zeit –innovativen Klangideen.
Hornist des LJO Caspar Hoba dazu: “Für uns als junges Orchester ist eine so große Sinfonie zugleich aufregend und herausfordernd. Gustav Mahler schrieb seine 1. Sinfonie selbst in seinen Zwanzigern – wir möchten versuchen, etwas von dieser jugendlichen Energie auf die Bühne zu bringen. Aufgrund ihrer Länge und des hohen Anspruchs, sowohl insgesamt als auch in den vielen berühmten Soli, ist das Werk eine große Challenge für uns. Gerade deshalb freuen wir uns darauf, uns so intensiv damit auseinanderzusetzen und daran zu wachsen.”
Der Komponist entfaltet in seiner 1. Sinfonie eine weite musikalische Landschaft: vom geheimnisvoll schwebenden Beginn über volkstümliche Motive bis hin zu dramatischen Ausbrüchen. Besonders charakteristisch ist der dritte Satz, der mit einer düster-verfremdeten Version von „Bruder Jakob“ überrascht. Im Finalsatz mündet das Werk schließlich in einer festlichen Apotheose.
Das LJO Hamburg ist als Auswahlorchester der Freien und Hansestadt Hamburg seit über 55 Jahren fester Bestandteil der musikalischen Nachwuchsszene und bildet das älteste Jugendorchester der Hansestadt. In intensiven Arbeitsphasen erarbeitet das Ensemble sinfonische Programme auf professionellem Niveau. Hier geht es nicht allein um das Musizieren – auch der Zusammenhalt und die Community der Orchestergemeinschaft machen den Klangkörper so besonders. Patenorchester des LJO Hamburg ist das Philharmonische Staatsorchester Hamburg. Das Ensemble steht unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher und wird von der Behörde für Kultur und Medien gefördert.
Künstlerische Leitung: Johannes Witt
Johannes Witt ist seit 2020 Künstlerischer Leiter und Dirigent des Landesjugendorchesters Hamburg. Als Gastdirigent tritt er regelmäßig an Opernhäusern wie der Wiener Staatsoper, dem Staatstheater Stuttgart, der Norwegischen Nationaloper, der Finnischen Nationaloper, der Tschechischen Nationaloper oder der Nationale Opera en Ballett Amsterdam auf.
Weitere Gastengagements führten ihn unter anderem an das Nationaltheater Mannheim, die Oper Bonn, das Staatstheater Kassel, das Pfalztheater Kaiserslautern, das Teatro de la Maestranza in Sevilla sowie an das Muziekgebouw aan 't IJ in Amsterdam. Als Kapellmeister am Aalto-Theater Essen, der Oper Wuppertal und als Gastdirigent dirigierte Johannes Witt ein breites Opern-, Ballett- und Konzertrepertoire. Er arbeitete u. a. mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Beethoven Orchester Bonn oder dem Vanemuine Symphony Orchestra.
Solistin: Ann-Beth Solvang
Die norwegische Sängerin studierte in Stavanger sowie an der Staatlichen Opernakademie in Oslo. Nach zwei Jahren im Opernstudio der Staatsoper Hamburg wurde sie 2008 ins dortige Ensemble übernommen, wo sie Mezzo-Fachpartien wie Hänsel, Cherubino und Mercédès in Carmen sang. Seit Beginn der Spielzeit 2011/12 selbstständig, gastierte sie regelmäßig bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sowie an der Staatsoper Hamburg, am Théâtre du Châtelet in Paris, am Theater an der Wien, an der Bayerischen Staatsoper München und der Norwegischen Nationaloper in Oslo. Viele dieser Produktionen sind auf Aufnahmen dokumentiert. Von 2018 bis 2024 war sie Ensemblemitglied des Oldenburgischen Staatstheaters, mit Beginn der Spielzeit 2024/25 gehört Ann-Beth Solvang zum Opernensemble des Staatstheaters Karlsruhe.
Über das Landesjugendorchester Hamburg
Das Landesjugendorchester Hamburg (LJO) ist seit über 55 Jahren fester Bestandteil der musikalischen
Nachwuchsszene der Hansestadt. Je nach Stückwahl erarbeiten 70 bis 100 junge Musiker im Alter von 14 bis 25 Jahren in intensiven Arbeitsphasen sinfonische Programme auf professionellem Niveau und präsentieren diese in renommierten Konzerthäusern im In- und Ausland. Träger des Ensembles ist der Landesmusikrat Hamburg e. V., gefördert wird es von der Behörde für Kultur und Medien. Schirmherr des LJO Hamburg ist der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher.
Über den Landesmusikrat Hamburg
Der Landesmusikrat (LMR) Hamburg e.V. ist die Organisation der musizierenden Menschen in der Freien und Hansestadt Hamburg und bietet ihnen ein sparten- und fachübergreifendes Forum. Der LMR Hamburg stärkt das Bewusstsein für die Bedeutung von Musik für das Individuum, die Gesellschaft und die interkulturelle Verständigung.