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Markttreyberey am Flecken Bramstede


Ihr Name schien Programm für die Stimmung bei der „Markttreyberey am Flecken Bramstede“ zu sein: Náe Borrá, das so viel wie „ohne Probleme“ bedeutet, übertrug viel von der Leichtigkeit seiner Musik auf Besucher und Betreiber des Marktes. Drei Tage lang hatte das Mittelalter auf der Schlosswiese Einzug gehalten. 30 Händler und Versorger waren nach Angaben von Thomas Weber alias „Faxe“, gemeinsam mit Olaf Böckers Veranstalter der Markttreyberey, in diesem Jahr gekommen. Zu seinem Bedauern war die Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen. Weber, der sich, nachdem er viele Jahre als Gast auf den Märkten war, vor vielen Jahren mit seiner Taverne und einem Spielzeugstand selbstständig gemacht hatte, nannte die zurückliegende Zeit aufgrund von Corona „echt harte Zeiten“. Einige seiner Kollegen haben deshalb aufgeben müssen, bedauert er. Vier Heerlager hatten ihre Zelte aufgeschlagen, um Lagerleben zu genießen, auch wenn die Nächte aufgrund der Temperaturen eher ein weinig ungemütlich waren, wie eine Betroffene verriet. Doch Feuer und heiße Getränke sowie handgemachte Musik ließen trotzdem Lagerromantik aufkommen, versicherte sie. Stände mit allerlei Handwerklichem wie Bekleidung, Tonarbeiten, oder auch Trinkgefäßen aus Hörnern wurden angeboten. Sinnliche Düfte für sinnliche Menschen bot Frank „Parfumar“ an. Er gab den Besuchern einen tiefen Einblick in die aufwendige Herstellung von individuellen Parfümen. Nach eigenen Angaben hat er das Handwerk über sieben Jahre lang in vielen verschiedenen Ländern erlernt und perfektioniert. Insbesondere an den Ständen mit Kulinarischem bildeten sich zeitweise lange Schlangen. So bot Helmut Paetzhold der Gutmütige aus Paderborn Schwein vom Grill an. Rund fünf Stunden dauert es, bis ein 40 Kilo-Schwein gar ist. „Da wurde nichts vorgegart, das machen keine Profis“, verriet er. Natürlich durfte auch nicht der berühmte Honigwein, Wikinger Met, eines von vielen exotischen Getränken am Stand von „Faxe“ gereicht, nicht fehlen. „Alleine dafür lohnt es sich schon zu diesem Markt zu kommen“, meinte Claus Mittelstaedt aus Hamburg. Er freute sich, dass er endlich wieder seinem Hobby, Besuche von Mittelaltermärkten in der ganzen Region, nachgehen konnte. Musikalisch riss Náe Borrá mit eher mit traditioneller Musik das Publikum mit. Insbesondere Dudelsackpfeifer Ronnie Bromhead, der sogar schon vor der englischen Queen aufgetreten ist, wurde auch nach seinem Auftritt umringt. „Das Lumpenpack“ hingegen mischte sich in verschiedenen Bereichen unters Volk und brachte dieses mit seinen teils frechen und skurrilen Texten zum Lachen, wie beispielsweise mit „Das Harte muss ins Weiche, hack die nächste Leiche…“ Besinnlich ging es dagegen bei Frank Stahl aus Nütschau zu, der mit seiner Harfe als Hobby besonders gerne auf Mittelaltermärkten spielt. „Hier stimmt die Atmosphäre, die Musik passt zur Entschleunigung“, so Stahl. Auch bei Roland Ratzburg ging es um Entschleunigung. Er bot nicht nur Klangschalen und verschiedene Rauchdüfte an. In seinem zu einer Minikapelle gestalteten Bauwagen fanden auch Gottesdienste an, „für Evankathodox“, wie der Diplomsozial- und religionspädagoge, wie er sich selbst bezeichnete, schmunzelnd verriet. Kinder konnten sich beim Bogenschießen, Zielwerfen mit der „Streitaxt“ oder beim Reiten die Zeit vertreiben. Beim Kinderschminken konnte sie sogar auswählen, ob „Wunden“ von ihren „Kämpfen“ zeugen sollten. „Ich komme so oft ich kann, möglichst jedes Wochenende“, meinte Arnold Ehrlichmann aus Bad Segeberg, der auch nach Möglichkeit keinen Markt auslässt. „Ich komme als Tagesgast, um mich über historische Veranstaltungen und Geschichten auszutauschen“, nannte „Moritz von Zarenhusen“, bürgerlich schlicht Volker Schulz, seine Motivation, ganz aus Lüneburg nach Bad Bramstedt anzureisen. „Ich liebe es. Ich bin froh, wenn die wieder da sind. Das bringt uns wieder zusammen“, meinte Mike Liedtke aus Bad Bramstedt ausgelassen, der sich schon auf das nächste Jahr freut. .
Fotos: Straehler-Pohl/Otto

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