Neumünster (pm) - Am 7.April kam es in Neumünster zu einem Betrug durch einen Schockanruf. Das Telefonat wurde in russischer Sprache geführt.
Die Geschädigte begab sich am Abend des 07.04.26 zur Anzeigenerstattung auf das 1. Polizeirevier Neumünster. Sie berichtete, gegen Mittag von einem russisch sprechenden Polizisten angerufen worden zu sein. Dieser habe ihr mitgeteilt, dass ihre Tochter einen Verkehrsunfall verursacht habe und sie nun eine Kaution für ihre Tochter bezahlen müsse. Im weiteren Verlauf sprachen verschiedene russischsprachige Personen mit ihr, um sie möglichst glaubhaft von der Betrugsmasche zu überzeugen.
Anschließend wurde durch einen weiteren russisch sprechenden Mann eine Bargeldsumme im niedrigen fünfstelligen Wert abgeholt.
Nachdem die Kinder der 88-jährigen Frau von dem Vorfall erfuhr, suchte sie schnellstmöglich mit ihrer Mutter das 1. Polizeirevier Neumünster auf. Die Kriminalpolizei Neumünster hat nun die weiteren Ermittlungen übernommen. In der jüngeren Vergangenheit kam es bereits zu mehreren ähnlichen Betrugsversuchen in der russischen Sprache, welche allerdings rechtzeitig als solche erkannt wurden.
Hinweise der Polizeidirektion Neumünster:
Bei Schockanrufen gaben sich die Täter als Polizeibeamte aus und erklärten am Telefon beispielsweise, dass Bargeld oder Schmuck der Angerufenen aufgrund von angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft in Sicherheit gebracht werden müssten. Die Geschädigten, zumeist älteren Menschen, sollten dadurch zur Herausgabe der Wertsachen bewegt werden. Dies kann wie in diesem Fall auch in weiteren Fremdsprachen versucht werden.
Tipps der Polizei:
• Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen ausgeben und Geld oder Wertsachen fordern.
• Die Polizei verlangt niemals am Telefon die Übergabe von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen.
• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger arbeiten gezielt mit Angst und Zeitdruck.
• Beenden Sie im Zweifel sofort das Gespräch und wählen Sie selbstständig den Polizeinotruf 110.
• Sprechen Sie mit Angehörigen, Freunden oder Nachbarn über solche Anrufe – besonders ältere Menschen sollten über diese Betrugsmasche informiert sein.
• Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
Wer einen entsprechenden Anruf erhält oder bereits Kontakt zu den Tätern hatte, wird gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden.
Die Polizei wird ihre Präventionsarbeit weiterhin fortsetzen und appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, aufmerksam zu bleiben und verdächtige Anrufe konsequent zu melden.