Neumünster (pm) - So arbeitet Neumünster: Rund 12.800 Menschen haben einen Teilzeitjob. Und die Teilzeitarbeit in Neumünster ist weiblich: 76 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG Schleswig-Holstein Nord beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil der Frauen in Neumünster bei lediglich 30 Prozent.
„Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente“, sagt Philipp Thom von der NGG Schleswig-Holstein Nord. Teilzeitarbeit sei „keine Bequemlichkeit“, sondern für viele Beschäftigte in Neumünster die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können.
„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will, dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Philipp Thom. Der Geschäftsführer der NGG Schleswig-Holstein Nord appelliert an die CDU in Neumünster und an die Delegierten aus der Region, Ende Februar (Hinweis f.d. Red.: 20. und 21. Februar) den Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart „abzuschmettern“.
Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Solange es nicht mehr Kitaplätze gebe, werde es nicht funktionieren, mehr Menschen in Vollzeit zu bringen. „Immerhin hat der Wirtschaftsflügel der Union diesen Punkt bei seinem Teilzeit-Vorstoß nach langem Hin und Her jetzt aufgegriffen und sich damit wenigstens ein Stück weit näher an die Probleme der Beschäftigten herangerobbt“, so Thom. Auch wer einen Angehörigen pflege, könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu machen, so Philipp Thom. Hierzu sei eine bessere Infrastruktur bei der Pflege nötig.
Die NGG Schleswig-Holstein Nord warnt Arbeitgeber in Neumünster allerdings davor, ihre Beschäftigten – und hier vor allem auch Frauen – „in Teilzeit zu drängen“: „Gerade die Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit ist für Beschäftigte oft schwierig. Hierbei kann die Möglichkeit einer sogenannten Brückenteilzeit weiterhelfen. Es darf nämlich nicht darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen, wenn man lieber Vollzeit arbeiten möchte“, sagt NGG-Geschäftsführer Thom.
NGG: CDU in Neumünster soll Vollzeitjobs auf dem Parteitag stützen
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