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Langer Winter und Energiepreisschock bremsen Handwerk

Jeder zweite Handwerksbetrieb meldete im ersten Quartal rückläufige Umsätze

Schleswig-Holstein (pm) -  Der ungewöhnlich lange Winter sowie drastisch gestiegene Energie- und Materialpreise infolge des Iran-Krieges
haben die Handwerkskonjunktur im ersten Quartal 2026 deutlich gebremst. Wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Schleswig-
Holstein für den Zeitraum Januar bis März zeigt, bewerten nur noch 34 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut – ein Rückgang um 13
Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. 48 Prozent der Unternehmen schätzen ihre Lage als befriedigend ein, während 18 Prozent von einer
schlechten Geschäftslage berichten.
Die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen machen sich vor allem in zentralen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen bemerkbar: So meldete jeder
zweite Handwerksbetrieb im ersten Quartal rückläufige Umsätze. Zudem berichteten zwei von fünf Betrieben über sinkende Auftragsbestände.
„Der lange und harte Winter Anfang 2026 hat die Geschäfte vieler Handwerksbetriebe spürbar beeinträchtigt“, erklärt Ralf Stamer, Präsident
der Handwerkskammer Schleswig-Holstein. Besonders betroffen war das Bauhauptgewerbe – knapp jeder dritte Betrieb meldete dort eine schlechte
Geschäftslage. Aber auch viele Ausbauhandwerke litten unter witterungsbedingten Verzögerungen: Stillstände auf Baustellen hatten
vielfach zur Folge, dass Innenausbauten nicht durchgeführt werden konnten. Seit Anfang März werden alle Handwerksbetriebe zusätzlich durch die Folgen
des Iran-Krieges massiv belastet. Der starke Anstieg der Energiepreise trifft die Betriebe auf verschiedenen Ebenen: Die gestiegenen Kosten für Öl und
Erdgas verteuern die Produktion und Fahrten zu den Kunden, während gleichzeitig die Preise für viele Materialien und Vorprodukte durch erhöhte
globale Transportkosten deutlich steigen.
„Die Hoffnung, dass wir 2026 nach Jahren der Stagnation erstmals wieder Wirtschaftswachstum in Deutschland haben, wird durch die angespannte
weltpolitische Lage erneut getrübt“, so Stamer weiter. Angesichts der bestehenden Herausforderungen fordert der Präsident der
Handwerkskammer Schleswig-Holstein dringend strukturelle Entlastungen für das Handwerk: „Dazu gehören kurzfristig wirksame Maßnahmen wie die im
Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zugesagte Senkung der Stromsteuer, aber ebenso die grundlegende Reform der sozialen Sicherungssysteme. Wir
brauchen endlich ein tragfähiges Gesamtkonzept, das die Wachstumskräfte der Wirtschaft stärkt und verhindert, dass wir bei jeder neuen Krise aus der
Bahn geworfen werden.“

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