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KI endlich in die Praxis bringen

7. KI-Landeskonferenz zeigt Wege in die KI-Praxis

Neumünster (pm) - Wie kommt Künstliche Intelligenz aus der Erprobung in die tatsächliche Anwendung? Welche Erfahrungen machen Unternehmen bei der Einführung? Und was braucht es, damit KI nicht nur technisch funktioniert, sondern für die Menschen in Unternehmen und Organisationen einen konkreten Mehrwert schafft? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der 7. KI-Landeskonferenz Schleswig-Holstein im Holstenhallen Congress Center in Neumünster. Unter dem Motto „KI endlich in die Praxis bringen!“ kamen Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und der Start-up-Szene zusammen.
Die Konferenz zeigte: Die Diskussion über Künstliche Intelligenz verschiebt sich zunehmend von der Frage nach den technischen Möglichkeiten hin zur konkreten Umsetzung. Mehrere Unternehmen berichteten, wie weit sie bei der Integration von KI bereits sind, welche Herausforderungen ihnen auf diesem Weg begegneten und wie ihre nächsten Schritte aussehen. Im Zentrum stand dabei immer wieder die Frage, wie Menschen in die Veränderungsprozesse einbezogen werden müssen, damit der mögliche Nutzen in der Praxis tatsächlich gehoben werden kann.
Veranstaltet wurde die Konferenz von der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, KI.SH und DiWiSH – Das Digitalcluster für Schleswig-Holstein. Zwei Keynotes, acht Sessions mit 14 interaktiven Beiträgen, Start-up-Pitches und eine Vibe-Coding-Einheit mit KI.SH beleuchteten unterschiedliche Wege in die praktische Anwendung von KI.
Dirk Schrödter: Innovation nicht durch Angst lähmen
Zum Auftakt setzte Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein und Minister für Digitalisierung und Medienpolitik, einen politischen Akzent. Nach seiner Überzeugung darf Innovation nicht durch Angst gelähmt werden. Die KI-Landeskonferenz bezeichnete er in diesem Zusammenhang als einen Kontrapunkt, der Möglichkeiten und Gestaltungswillen in den Mittelpunkt rücke. Eine besondere Bedeutung misst Schrödter offenen Modellen als Schlüssel für Innovation und digitale Souveränität bei.
O-Ton Dirk Schrödter
„Die KI-Landeskonferenz bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Sie bringt Entwicklerinnen und Entwickler mit Anwendern zusammen. Sie stärkt unser KI-Ökosystem. Auf der Konferenz diskutieren wir gemeinsam über eine der wichtigsten Technologien unserer Zeit – über ihre Chancen, ihre Herausforderungen, wie wir KI schneller in die Anwendung bringen und darüber, wie wir KI gestalten wollen. Offene KI-Modelle sind der Schlüssel zum Erfolg sind: Sie schaffen mehr Transparenz, ermöglichen Kontrolle, erleichtern Weiterentwicklung und können dazu beitragen, dass sensible Daten dort bleiben, wo sie hingehören“, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Wir müssen Sicherheitsfragen und die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Und wir müssen dafür sorgen, dass KI verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt wird. In Schleswig-Holstein haben wir dafür ideale Voraussetzungen:

einen soliden Rechtsrahmen, die richtigen Grundlagen für die Technologieentwicklung und vor allem kluge Köpfe. Schleswig-Holstein ist und bleibt daher ein Gunststandort für eine offene, sichere souveräne und nachhaltige KI. Das hat die 7. KI-Landeskonferenz einmal mehr bewiesen.“
KI-Einführung ist mehr als eine technische Aufgabe
Die Beiträge der Konferenz zeigten unterschiedliche Wege auf, wie KI heute in Unternehmen und Organisationen eingesetzt wird. Mehrere Unternehmen berichteten von ihren Erfahrungen bei der Einführung und zeigten auf, wie sie den weiteren Einsatz planen.
Dabei wurde deutlich, dass eine erfolgreiche Einführung nicht allein eine technische Frage ist. Damit KI einen messbaren Nutzen im Arbeitsalltag entfalten kann, müssen Beschäftigte einbezogen, Prozesse angepasst sowie Verantwortlichkeiten und Einsatzgebiete klar definiert werden. Ein menschenzentrierter Ansatz wird damit zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für den Transfer von KI in die Praxis.
Die Themen der acht Sessions reichten von KI-Agenten über souveräne KI und KI-gestützte Programmierung bis zur rechtssicheren Anwendung von KI.
O-Ton KI.SH:
„Die entscheidende Frage für viele Unternehmen lautet heute nicht mehr, was KI grundsätzlich kann. Sie müssen aber herausfinden, an welchen Stellen sie KI sinnvoll in ihre eigenen Prozesse integrieren können. Genau dafür braucht es neben praktischer Anleitung, Erfahrung und Austausch vor allem die Bereitschaft, die Menschen im Unternehmen von Anfang an mitzunehmen.“
[Eike Zimmermann, Projektleitung KI.SH]
Orientierung beim rechtssicheren Einsatz von KI
Einen Schwerpunkt bildeten auch die regulatorischen Rahmenbedingungen. Andrea Sanders-Winter, Abteilungsleiterin Digitales der Bundesnetzagentur, ordnete in ihrer Keynote die Chancen und Herausforderungen bei der KI-Regulierung aus Sicht der Bundesnetzagentur ein. Dabei ging es unter anderem um neue Pflichten und Verantwortlichkeiten entlang der KI-Wertschöpfungskette und um die künftige Rolle der Bundesnetzagentur bei Marktüberwachung und Innovationsförderung.
Damit verband die Konferenz zwei Perspektiven, die für Unternehmen zunehmend zusammengehören: Innovationen ermöglichen und zugleich Rechtssicherheit schaffen.
Von Industrial AI bis Vibe Coding
Wie vielfältig KI bereits eingesetzt werden kann, zeigte Simon Sack, Gründer und CEO von NEUROLOGIQ, in der zweiten Keynote. Unter dem Titel „Von Küste bis Werkhalle“ rückte er Industrial AI in den Mittelpunkt und zeigte anhand von Praxisbeispielen, wie Maschinen, Anlagen und Produktionsprozesse mit Hilfe von KI optimiert werden können.
Auch die weiteren Beiträge machten die Bandbreite möglicher Anwendungen sichtbar. Bei den Start-up-Pitches wurden innovative technologische Ansätze vorgestellt, darunter eine kamerabasierte Lösung zur Erkennung von Drohnen, die bisherige teure Radar-Technologie ablösen soll. Eine Vibe-Coding-Einheit mit KI.SH machte zudem praktisch erlebbar, wie generative KI die Entwicklung von Software unterstützen und neue Zugänge zum Programmieren eröffnen kann.
Austausch als Schlüssel für den KI-Transfer
Neben technologischen Lösungen stand deshalb vor allem der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. Unternehmen, Forschung, Start-ups, Verwaltung und Politik diskutierten, welche Ansätze funktionieren, welche Hürden auf dem Weg in die Anwendung bestehen und welche Erfahrungen sich auf andere Organisationen übertragen lassen.

Die Resonanz unterstrich das Interesse an diesem Austausch: Rund 350 Menschen nahmen vor Ort teil.
O-Ton DiWiSH, Formulierungsvorschlag:
„Die erfolgreiche Nutzung von KI gelingt dort am besten, wo Orientierung und Umsetzung Hand in Hand gehen. KI.SH unterstützt Unternehmen dabei, Potenziale zu erkennen und erste Schritte zu gehen. Die DiWiSH schafft Vernetzung von und mit KI-Unternehmen und Expertinnen und Experten, die aus Ideen und Prototypen konkrete, produktive Anwendungen machen. Dieses Zusammenspiel stärkt die Innovationskraft der Unternehmen und den KI-Standort Schleswig-Holstein. Und die KI-Landeskonferenz ist der perfekte Ort, wo diese Akteure zusammenkommen.“
Dr. Johannes Ripken, Clusterleiter DiWiSH
Die 7. KI-Landeskonferenz machte damit sichtbar, dass die nächste Phase des KI-Transfers schon begonnen hat: Nicht die Technologie allein steht im Mittelpunkt, sondern ihre konkrete Anwendung. Entscheidend wird sein, technologische Möglichkeiten mit den Bedürfnissen der Menschen, wirtschaftlichem Nutzen, digitaler Souveränität und verlässlichen rechtlichen Rahmenbedingungen zusammenzubringen.

 

 

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