Großenaspe (pm) - Die Gemeinde Großenaspe, die Stadt Neumünster und der Kreis Segeberg haben entschieden, die Standortentwicklung in Großenaspe voranzutreiben. Im Rahmen einer Standortkonferenz unterzeichneten Bürgermeister Thorsten Klinger, Oberbürgermeister Tobias Bergmann und Landrat Jan Peter Schröder einen entsprechenden Letter of Intent.
Mit dieser Absichtserklärung bekräftigten die drei Partner ihr gemeinsames Interesse, die Entwicklung des Standortes künftig abzustimmen und interkommunal zu gestalten. Ziel ist ein gemeinsames Pilotprojekt für die nachhaltige gewerbliche und industrielle Entwicklung in Schleswig-Holstein. Unter anderem hat ein Entwickler einer Großelektrolyseanlage bereits konkretes Interesse an einer Ansiedlung an dem Standort angemeldet.
Neben den Kooperationspartnern waren auch die entsprechenden Ministerien hochrangig vertreten: Das Ministerium für Energie (MEKUN) mit Staatssekretär Joschka Knuth sowie das Ministerium für Inneres (MIKWS) mit Staatssekretär Sönke Schulz und das Ministerium für Wirtschaft (MWVATT) mit Oliver Kühl und Dr. Sebastian Wilkens (Referat für Wirtschafts- und Mittelstandspolitik) beteiligten sich an der Konferenz. Auch Malte Henschke-Kemper von Netzbetreiber TenneT und Steffen Bandelow von SH Netz saßen mit am Tisch. Nach der Unterzeichnung des Letters Of Intent sprachen sie gemeinsam mit weiteren Anwesenden über die zukünftige Vorgehensweise bei der Planung des 75 Hektar großen Gewerbe- und Industriegebiets in Großenaspe. Beide Staatssekretäre waren sich einig, dass Initiativen wie diese Kooperation auch aus Sicht der Landesplanung genau der richtige Weg seien, da gerade große Entwicklungen nur durch kommunale Zusammenarbeit nachhaltig gelingen können. Damit wurde ein klares Zeichen gesetzt, dass bei diesem Projekt nicht nur der Standort Großenaspe bedacht wird, sondern dass es sich hierbei auch um eine Chance für Schleswig-Holstein handelt, nicht nur Vorreiter in der Produktion von erneuerbarer Energie zu sein, sondern sie auch vor Ort zu nutzen.
„Vor genau einem Jahr war der Spatenstich für das Umspannwerk Hardebek, einem der großen Knotenpunkte in Schleswig-Holstein für den Strom aus erneuerbaren Quellen“, sagte Clemens Hermann, Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklung des Kreises Segeberg. „Mit der heutigen Standortkonferenz setzen wir einen gemeinsamen Startpunkt für ein Projekt mit Pilotcharakter. Wenn Kommunen, Kreis und Land hier eng zusammenarbeiten, kann es gelingen, die Energiewende in Schleswig-Holstein mit konkreter industrieller Entwicklung zu verbinden.”
Schleswig-Holstein verfolgt das Ziel, bis 2040 klimaneutrales Industrieland zu werden. Dafür braucht es geeignete Standorte, an denen eine Vielzahl von Standortfaktoren zusammenkommen. Neben einer guten Verkehrsanbindung ausreichend potenzieller Entwicklungsfläche und Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten für die künftigen Arbeitskräfte, braucht es insbesondere den direkten Zugang zu den Quellen der erneuerbaren Energie. Strom ist für industrielle Maßstäbe dabei vor allem an zentralen Umspannwerken der großen Stromtrassen vorhanden.
Denkt man darüber hinaus auch an großskalige Produktion von grünem Wasserstoff, muss neben Strom auch die Verfügbarkeit von unbedenklich nutzbarem Wasser und bestenfalls auch die Möglichkeit zum Anschluss an die Leitungen des geplanten Wasserstoffkernnetzes gegeben sein. In der Gemeinde Großenaspe zwischen dem neu entstehenden Umspannwerk Hardebek und der Autobahn A7 kommen südlich des Oberzentrums Neumünster alle diese Faktoren zusammen.
"Mit dem Umspannwerk in Hardebek ergibt sich nun die Chance, eine zukunftsweisende Entwicklung zu machen“ sagt Thorsten Klinger. Dieses Umspannwerk wird von TenneT und SH Netz gebaut. Dort werden die verschieden Leitungsstärken zusammenkommen, was einen wichtigen Beitrag zur Energieentwicklung dieser Region beiträgt. Vor allem im Hinblick auf die schleswig-holsteinische Zielsetzung, erstes klimaneutrales Industrieland Deutschlands zu werden.
„An den Umspannwerken herrscht Goldgräberstimmung“, beschreibt Jan Peter Schröder. „Doch das volle Potenzial dieser neuen Premiumstandorte heben wir nur gemeinsam: durch eine strategische Planung, die Energie- und Gewerbeentwicklung zusammendenkt. So schaffen wir nachhaltige Wertschöpfung, stärken den Kreis Segeberg als zukunftssicheren Wirtschaftsstandort und sorgen dafür, dass Gemeinden, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen profitieren.“
Ausgangspunkt für die heutigen Absichtserklärung war die Interessenbekundung eines Großelektrolyseur-Projektierers, der auf der Suche nach einem geeigneten Standort in Schleswig-Holstein ist. Schleswig-Holstein strebt an, bis 2030 eine Elektrolyseleistung von 1,5 Gigawatt für grünen Wasserstoff zu erreichen. Ein Elektrolyseur dieser Größenordnung, könnte diese Leistung in großen Teilen abdecken.
„Die Vereinbarung der drei Partner ist ein Meilenstein für unsere Region“, sagt Tobias Bergmann, Oberbürgermeister von Neumünster. „Damit schaffen wir die Grundlage, die Energiewende gezielt für die industrielle und wirtschaftliche Entwicklung vor Ort zu nutzen. Wir freuen uns, dabei die Landesregierung an unserer Seite zu haben.“
Stimmen der Kooperationspartner
"Mit dem Umspannwerk in Hardebek ergibt sich nun die Chance, eine zukunftsweisende Entwicklung zu machen. Besonders freut es mich, dass wir auch durch die Hilfe der Wirtschaftsentwicklung des Kreises Segeberg mit der Stadt Neumünster und dem Kreis Segeberg zwei starke Partner gefunden haben, die gemeinsam mit Großenaspe ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet entwickeln wollen."
Thorsten Klinger Bürgermeister Großenaspe
„Die Vereinbarung der drei Partner zur Schaffung eines interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiets ist ein Meilenstein für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region. Damit schaffen wir die Grundlage, die Energiewende gezielt für die industrielle und wirtschaftliche Entwicklung vor Ort zu nutzen. Wir freuen uns, dabei die Landesregierung an unserer Seite zu haben.“
Tobias Bergmann Oberbürgermeister der Stadt Neumünster
„Mit dem interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet in Großenaspe führen wir die Zusammenarbeit in der Region konkret weiter. Entscheidend ist, dass die beteiligten Kommunen die Entwicklungen gemeinsam gestalten und die vorhandenen Potenziale nutzen. So entsteht ein Mehrwert für die gesamte Region.“
Tim Stein Fachdienstleiter Steuerungsunterstützung & Kommunikation der Stadt Neumünster
„Die Standortkonferenz im Kreis Segeberg zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten eine abgestimmte, interkommunale Zusammenarbeit bietet. An den Umspannwerken herrscht Goldgräberstimmung – doch das volle Potenzial dieser neuen Premiumstandorte heben wir nur gemeinsam: durch eine strategische Planung, die Energie- und Gewerbeentwicklung zusammendenkt. So schaffen wir nachhaltige Wertschöpfung, stärken den Kreis Segeberg als zukunftssicheren Wirtschaftsstandort und sorgen dafür, dass Gemeinden, Unternehmen und Bürger*innen gleichermaßen profitieren.“
Jan Peter Schröder Landrat des Kreises Segeberg
„Vor genau einem Jahr war der Spatenstich für das Umspannwerk Hardebek, einem der großen Knotenpunkte in Schleswig-Holstein für den Strom aus erneuerbaren Quellen. Mit der heutigen Standortkonferenz setzen wir einen gemeinsamen Startpunkt für ein Projekt mit Pilotcharakter.
Wenn Kommunen, Kreis und Land hier eng zusammenarbeiten, kann es gelingen, die Energiewende in Schleswig-Holstein mit konkreter industrieller Entwicklung zu verbinden.” Clemens Hermann Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg (WKS)