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65 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen – 65 Jahre gemeinsame Geschichte Türkische

Gemeinde in Neumünster lädt zu zwei besonderen Veranstaltungen über Migration, Erinnerungen und das Zusammenleben ein

TGN-65 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen Foto: privat

Neumünster (pm) - Am 30. Oktober 1961 unterzeichneten die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Türkei das deutsch-türkische Anwerbeabkommen. Dieses historische Ereignis liegt nun 65 Jahre zurück und markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen.
Was damals mit der Anwerbung türkischer Arbeitskräfte begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer gemeinsamen Geschichte von Migration, Integration, gesellschaftlichem Wandel und Zusammenleben.
Die Menschen, die damals als sogenannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen, sollten ursprünglich nur für eine begrenzte Zeit bleiben. Doch viele von ihnen fanden hier eine neue Heimat, gründeten Familien und bauten sich eine Zukunft auf. Ihre Kinder, Enkel und inzwischen auch Urenkel sind heute selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. Aus Gastarbeitern wurden Nachbarn, Kollegen, Freunde und Mitbürger. Aus einem vorübergehenden Aufenthalt wurde für viele eine dauerhafte Heimat. Die türkischstämmigen Menschen haben in den vergangenen 65 Jahren einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands geleistet. Sie sind heute in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens präsent, gestalten Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Politik und das soziale Miteinander aktiv mit und tragen damit zur Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft bei.
Doch die Geschichte der Einwanderung war nicht immer einfach. Sie ist auch geprägt von Heimweh, Sprachbarrieren, schwierigen Arbeitsbedingungen, Vorurteilen und Diskriminierung. Gleichzeitig erzählt sie von Mut, Hoffnung, Solidarität, Freundschaft und gegenseitiger Bereicherung.
Anlässlich dieses historischen Jubiläums organisiert die Türkische Gemeinde in Neumünster e.V. zwei öffentliche Veranstaltungen, um an diese gemeinsame Geschichte zu erinnern, persönliche Erfahrungen sichtbar zu machen und den Dialog zwischen den Generationen und Kulturen zu fördern.
 

1. Veranstaltung: Lesung und Gespräch mit Dr. Aydin Saylan
Donnerstag, 26. November 2026, um 18:00 Uhr Ort: Bildungszentrum, Kieler Straße
90, 24534 Neumünster 

Dr. Aydin Saylan, Herausgeber des Buches „Heimat in der Fremde – mein Leben in Deutschland“, wird aus dem Buch lesen und über die Geschichte der türkischen Einwanderung nach Deutschland berichten. Im Mittelpunkt stehen persönliche Lebensgeschichten, Erinnerungen und Erfahrungen der Menschen, die ihre Heimat verließen, um in einem zunächst fremden Land eine neue Zukunft aufzubauen.
Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, sich mit der Geschichte der ersten Einwanderergeneration auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, was Heimat, Zugehörigkeit und Integration bedeuten.
 

2. Veranstaltung: Zeitzeugen erzählen – Erinnerungen aus 65 Jahren deutsch-türkischer Geschichte
Donnerstag, 3. Dezember 2026, um 18:00 Uhr Ort: Bildungszentrum, Kieler Straße
90, 24534 Neumünster
Referent: Prof. Dr. Hakkı Keskin (Politikwissenschaftler, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages und des Europarates)
 

Bei der zweiten Veranstaltung stehen die Menschen selbst im Mittelpunkt, die diese Geschichte erlebt und mitgestaltet haben. Türkische und deutsche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden auf der Bühne von ihren persönlichen Erinnerungen, Begegnungen und Erfahrungen berichten. Wie wurden die ersten türkischen Arbeitskräfte in Deutschland empfangen? Wie gestaltete sich der Arbeitsalltag? Welche Schwierigkeiten mussten überwunden werden? Wie entstanden Freundschaften zwischen deutschen und türkischen Familien? Und wie hat sich das Zusammenleben im Laufe der Jahrzehnte verändert? Diese und weitere Fragen sollen aus unterschiedlichen persönlichen Perspektiven beleuchtet
werden. Dabei ist uns besonders wichtig, dass nicht nur die eingewanderten Menschen, sondern auch deutsche Zeitzeugen ihre Erinnerungen teilen. Denn die Geschichte der türkischen Einwanderung ist nicht allein die Geschichte der Zugewanderten, sondern auch ein bedeutender Teil der deutschen
Nachkriegsgeschichte. Erinnern, würdigen und gemeinsam in die Zukunft blicken Mit beiden Veranstaltungen möchte die Türkische Gemeinde in Neumünster e.V. die
Lebensleistungen der ersten Einwanderergeneration würdigen und zugleich einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten.

„Die Menschen, die vor 65 Jahren nach Deutschland kamen, haben nicht nur ihre Arbeitskraft mitgebracht, sondern auch ihre Hoffnungen, ihre Träume, ihre Kultur und ihre Menschlichkeit. Sie haben Deutschland mit aufgebaut und unsere Gesellschaft mitgeprägt. Ihre Geschichte gehört deshalb zur deutschen Geschichte. Wir möchten mit unseren Veranstaltungen nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch Brücken zwischen den Generationen und zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft bauen“, erklärt Tufan Kiroglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Neumünster e.V.
Gerade in einer Zeit, in der Migration und Integration häufig kontrovers diskutiert werden, ist es wichtig, die Menschen hinter den historischen Ereignissen sichtbar zu machen und ihre Erfahrungen ernst zu nehmen.
65 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen bedeuten nicht nur 65 Jahre Einwanderung, sondern auch 65 Jahre Begegnung, Zusammenarbeit und gemeinsame Zukunft. Die beiden Veranstaltungen werden freundlicherweise von Neumünster TV aufgezeichnet und anschließend in den sozialen Medien veröffentlicht. Dadurch sollen die persönlichen Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten der Beteiligten auch über die Veranstaltungen hinaus einem breiteren
Publikum zugänglich gemacht werden.
Darüber hinaus plant und organisiert die Türkische Gemeinde in Neumünster e.V. zwei Dokumentarfilme über die Lebensgeschichten und Erfahrungen von Zeitzeugen, die in den 1960erund 1970er-Jahren nach Neumünster eingewandert sind. Die filmische Umsetzung und Produktion übernimmt Neumünster TV. Die Filme sollen die Erinnerungen der beiden Zeitzeugen an ihre ersten Jahre in Deutschland, die Herausforderungen des Ankommens und die Entwicklung ihres Lebens in Neumünster dokumentieren. Damit möchten wir ein Stück lebendiger Stadt- und Migrationsgeschichte bewahren und insbesondere auch für jüngere Generationen zugänglich machen. Die Dokumentarfilme werden bei Neumünster TV sowie auf der Instagram-Seite der Türkischen Gemeinde in Neumünster e.V. veröffentlicht. Die Veranstaltungen werden im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie gefördert. Für diese Unterstützung bedankt sich die Türkische Gemeinde in Neumünster e.V. herzlich. Die Türkische Gemeinde in Neumünster e.V. lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger,
insbesondere auch die jüngeren Generationen, herzlich zu beiden Veranstaltungen ein. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste, interessante Gespräche und einen lebendigen Austausch.

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