Große Zustimmung zur Organspende

Große Probleme in der Praxis

Prof. Dr. Braun Foto: privat

Veranstaltung der FDP Neumünster mit Prof. Dr. med. Felix Braun, Leiter der Sektion Klinische Transplantation des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Kiel

Die gute Nachricht: 86 Prozent der Bundesbürger können sich vorstellen, nach ihrem Tod Organe zu spenden, die Überlebensrate der Empfänger hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Die Vergabe der Spenderorgane über eine anonymisierte Datenbank in den Niederlanden schließt illegale Praktiken bei der Verteilung aus.

Probleme gibt es dennoch reichlich: Trotz der hohen Bereitschaft haben nur 4 Prozent der Bundesbürger einen Organspendeausweis. Von den zur Transplantation geeigneten Spenderorganen können wegen medizinischer, technischer und rechtlicher Schwellen nur wenige tatsächlich transplantiert werden. Ergebnis: Einer großen Zahl von Menschen, die zum Überleben auf ein Spenderorgan angewiesen sind, steht nur eine kleine Zahl von Organen zur Verfügung.

Insbesondere sind die Vergütungen für die Krankenhäuser durch die Krankenkassen, auch im internationalen Vergleich, viel zu niedrig. Die Personalknappheit und eine weiter zunehmende Bürokratie verhindern häufig eine effiziente Arbeit. Prof. Dr. med. Braun forderte nachdrücklich, dass die bereits existierenden Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern in Zukunft direkt dem Krankenhausvorstand als eigener Arbeitsbereich unterstellt sein müssen - und nicht Teil der allgemeinen Hierarchie mit Eingliederung in die sonstige tägliche Arbeit sein müssen. Dies würde zu einer Motivationssteigerung im Klinikalltag führen und die Zahl der Spenderorgane erheblich erhöhen.

Die derzeitige politische Diskussion im Bundestag über eine Reform des Transplantationsgesetzes setzt an vielen praktischen Problemen an, Lösungen für entscheidende Punkte stehen jedoch noch aus.

In der Diskussion zeigten sich die Besucher der Veranstaltung, unter ihnen auch Dennys Bornhöft, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, beeindruckt von den Ausführungen Prof. Brauns und nahmen viele Anregungen. Ein Stapel mitgebrachter Spenderausweise fand schnellen Absatz. Insgesamt war der Abend ein Baustein bei der dringend notwendigen verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Organspende.

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