Lebenshilfe ist voller Pläne fürs nächste Jahr

Geschäftsführerwechsel, Stiftung, Wohnprojekt

Der Vorstand hat für das kommende Jahr noch einige Pläne für den Bereich der Lebenshilfe Bad Bramstedt e.V.: Ralf Müller (Schriftführer) Anita Neumann (2. Vorsitzende), Tobias Bolsmann (Kassenwart), Werner Weiß (Vorsitzender) und Annette Sieckmann (Vorsitzende des Aufsichtsrates des Team Lebenshilfe Bad Bramstedt gGmbH). Fotos: Straehler-Pohl

Noch-Geschäftsführerin Brigitte Fürböter (li.) möchte sich ins Privatleben zurückziehen, will aber der Lebenshilfe verbunden bleiben.

Fritz Carl wird mit Beginn des kommenden Jahres die Geschäftsführung des Team Lebenshilfe gGmbH übernehmen.

Bad Bramstedt (usp) – Während der Bericht der Lebenshilfe Bad Bramstedt für das Jahr 2020 äußerst knapp und ohne größere Ereignisse ausfiel, hatte Vorsitzender Werner Weiß mit Blick auf die Zukunft den anwesenden Mitgliedern über drei wichtige Punkte zu berichten.
Ab Januar 2022 wird es einen Übergang von der bisherigen Geschäftsführerin des Team Lebenshilfe Bad Bramstedt gGmbH, Brigitte Fürböter, an den künftigen Geschäftsführer Felix Carl (41) geben. Fürböter scheidet aus privaten Gründen aus dem Arbeitsprozess aus. Carl ist noch bis Jahresende beim Klinikum Bad Bramstedt beschäftigt, wo er derzeit Leiter der Sozialberatung ist.
Was Felix Carl für seine neue Aufgabe besonders qualifiziert und weshalb er sich gegen mehrere Mitbewerber durchsetzen konnte, wurde nach seiner Vorstellung deutlich. Als examinierter Krankenpfleger hat er unter anderem in einer psychiatrischen Einrichtung erste berufliche Erfahrungen gesammelt. Nach seinem Studium der Sozialpädagogik war er in der Kreisverwaltung Husum unter anderem für die Eingliederungshilfe für Kinder sowohl für die Begutachtung als auch für die Planung der Hilfe zuständig. Ein weiterer Bezug zu seinem künftigen Aufgabenbereich ist, dass er sich beruflich auch mit der Betreuungshilfe für Menschen mit Behinderung befasst hat. Zusätzlich hat er Integrationsberatung für Flüchtlinge durchgeführt und war zeitweise Flüchtlingsbeauftragter des Kreises Husum.
Die Mischung aus praktischer Arbeit am und mit Menschen sowie Kenntnissen von Verwaltungsarbeit in verschiedenen Arbeitsbereichen sieht Felix Carl als gute Basis für die Aufgaben bei der Lebenshilfe. „Ich möchte ein Geschäftsführer sein, der nicht nur vom Schreibtisch aus arbeitet. Ich möchte jemand sein, der auch mit anfassen kann und ansprechbar ist für Eltern, Betroffene und die rund 80 Mitarbeiter“, so Carl.
Fortsetzung von S. 1

„Bei der Lebenshilfe Bad Bramstedt soll man sich wohlfühlen und unser Angebot gerne in Anspruch nehmen.  Potentiale entwickeln sich dabei nur gemeinsam!“ Nach außen möchte er Menschen mit Behinderungen ein Gewicht geben, sie stets in der Mitte der Gesellschaft wissen und Partnern gegenüber verlässlich sein.
„Die Nachwuchsgewinnung wird eines der aktuellen wie zentralen Zukunftsthemen sein, denen ich mit frischen konzeptionellen Ideen nachgehen möchte.“  Die Teilhabe der Klienten solle mehr denn je im Vordergrund stehen und deren Selbstbestimmung fördern. „Dies kann sicherlich in den einzelnen Standbeinen durch alle Beteiligten mitgestaltet werden. Wachstum kann in Bereichen wie des betreuten Wohnens als auch in der Findung neuer Zielgruppen nicht nur Sinn machen, sondern für wirtschaftliche Stabilität sorgen.“ Weitere Aufgaben sieht Fritz Carl darin, die Digitalisierung voranzutreiben und Unternehmen in der Region von den Dienstleistungen der Lebenshilfe zu überzeugen. Um auch künftig Inklusion und Perspektiven rund um die Förderung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen sicherzustellen, bedarf es dabei den Erfahrungen und Kompetenzen der Belegschaft als auch der Vereinsmitglieder, ist er überzeugt. „Im Fokus sehe ich die Herausforderungen in einer Balance zwischen Neuerung und Kontinuität.“
Als weitere Neuerung für den Bereich Lebenshilfe brachte Werner Weiß die Gründung einer Stiftung ins Gespräch, über die er grundsätzlich abstimmen ließ. Ziel soll es sein, dass Eltern von behinderten Kindern sicher sein können, dass diese auch nach dem Tod der Eltern in deren Sinne weiter betreut werden. Weiß, der zunächst einmal vorantreiben möchte, dass die notwendigen 10.000 Euro Gründungskapital zusammenkommen, hofft dass künftig noch mehr Eltern ihr Vermögen der Lebenshilfe vererben, um dieses in die Stiftung fließen zu lassen. „Personen im Vorstand wechseln häufiger. Die Stiftung stellt den Willen des Erblassers kontinuierlich sicher“, so seine Idee. Im Übrigen würde niemals das gesamte Vermögen des Erbes in die Stiftung fließen. „Der Pflichtteil bleibt den Kindern auf jeden Fall“, so Weiß.
Als Drittes ging Werner Weiß noch auf das von ihm schon seit längerer Zeit ins Auge gefasste Wohnprojekt für Behinderte ein. Um Eltern zu entlasten, deren behinderte Kinder trotz Rentenalters noch immer bei ihnen wohnten, soll das Wohnprojekt, das für acht bis zehn Personen ausgelegt wird, Rechnung tragen. „Menschen, die dort einziehen, sollen gemeinsam einen Teil des Tages bestreiten“, so Weiß‘ Vorstellungen. Leider gibt es mit dem schon sicher geglaubten Grundstück auf dem ehemaligen Dehn und Hein Grundstück baurechtliche Probleme. Dennoch ist Weiß guter Dinge, mit dem Investor, der das Haus bauen will, um es an die Lebenshilfe zu vermieten, das Projekt auf einem anderen Grundstück realisieren zu können.
Einhellig stimmten die anwesenden Mitglieder der ersten Erhöhung des Mitgliedbeitrages für die 116 Mitglieder seit der Umstellung auf Euro im Jahr 2002 von 37 Euro auf 50 Euro zu. 

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