Im Katastrophengebiet kräftig mit angepackt

Yannick Carton aus Neuendorf-Sachsenbande hat schon zweimal im Ahrtal ehrenamtlich geholfen

In der Woche seines Aufenthalts hat Yannik Charton es gemeinsam mit den Dutzenden weiterer Helfer geschafft, sechs Einfamilienhäuser vom Putz zu befreien – der dabei entstandene Schutt wurde mit einem Transporter in eine Deponie gebracht. (Fotos: Schreiber, Privat)

Die Schuhe waren noch das Geringste, was neben Blaumann, Atemmaske, Schutzhelm und weiteren Utensilien während der Wiederaufbauarbeiten bei Yannik Charton verschmutzt wurde. (Fotos: Schreiber, Privat)

Neuendorf-Sachsenbande (sn) – Verwandte, die mit den Wassermassen weg geschwemmt wurden, unterflutete Keller, überschwemmte Häuser – hart waren viele Schicksale, die die Menschen im Katastrophengebiet Ahrtal (Rheinland-Pfalz) in diesem Jahr ertragen mussten.
Umso dankbarer und froher sind sie über freiwillige Aufbauhelfer wie den examinierten Altenpfleger Yannik Charton (25) aus Neuendorf-Sachsenbande. Er war Ende August zum ersten und kürzlich zum zweiten Mal als Helfer für den Wiederaufbau geeigneter Häuser im Katastrophengebiet. Dort war er erst im Ort Schuld (660 Einwohner), dann in Müsch (198 Einwohner) und hat selber mit angepackt. Als Mitglied der Gruppe „Dachzeltnomaden“ im sozialen Netzwerk (Autobesitzer mit eigenem Zelt auf dem Dach) ist er mit seinem knallroten Kleinbus, einem „VW Caddy Maxi“, und Anhänger in die 540 Kilometer entfernte Re-gion aufgebrochen. Die Gruppe hat dort als private Hilfsorganisation ein eigenes Camp aufgebaut.
Der Mann aus dem Norden mit seinem ausgeprägten Wunsch zur Hilfeleistung war nicht nur im körperlichen Arbeitseinsatz, er brachte auch selber Hilfsgüter aus Spenden mit, die ihm von verschiedenen Firmen wie auch Privatpersonen aus der Wilstermarsch zur Verfügung gestellt wurden.
Als Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr sind ihm viele Mechanismen von Hilfeleistung und deren Abläufe bekannt. „An den Häusern, die zum Wiederaufbau geeignet sind, verrichteten wir grobe Stemmarbeiten und mussten die Wände mit dem Meißel vom nassen Putz befreien und die Böden für die Bautrockner aufstemmen“, schildert er seine aufreibende Tätigkeit.
Mittendrin im Geschehen, führte ihn dies teilweise an den Rand der Erschöpfung: Der Blaumann verschwitzt, das Gesicht verstaubt, mit Atemmaske, abgekämpft, mit dem Schlagmeißel in der Hand, arbeiteten er und die weiteren Helfer sich durch die geschädigten Häuser. Acht Stunden täglich.
In der Woche seines Aufenthaltes hat er es gemeinsam mit den Dutzenden weiterer Helfer geschafft, sechs Einfamilienhäuser vom Putz zu befreien. Der dabei entstandene Schutt wurde mit einem Transporter in eine Deponie gebracht.
Besonders beeindruckte Yannik Charton sowohl die kameradschaftliche Stimmung unter den Helfern als auch die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Bevölkerung. Sie war besonders froh über Privatinitiativen wie die „Dachzeltnomaden“, „denn sie haben bemerkt, dass wir uns ordentlich verhalten, korrekt sind und gute Arbeit leisten“.
Aber auch hier galt: Nach der Arbeit war vor der Arbeit, denn kaum war der 25-Jährige am Ende der Woche wieder zu Hause, musste er auch schon seine nächste Schicht als Altenpfleger absolvieren – mit dem guten Gefühl, ständig etwas für seine Mitmenschen geleistet zu haben.

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