Gedenken der NS-Opfer

Dreitägige Veranstaltungsreihe in Itzehoe war sehr gut besucht, freute sich Initiator Michael Legband

Landtagspräsident Klaus Schlie (l.) und Michael Legband legten einen Kranz am Mahnmal nieder und gedachten der Opfer des Nationalsozialismus. Foto: Privat

Itzehoe (anz) – Mit einer Kranzniederlegung und einer kritischen Würdigung der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Schleswig-Holstein hat Landtagspräsident Klaus Schlie am Sonntag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. In der Störstadt befindet sich das erste öffentliche Mahnmal für die NS-Opfer. Vor dem 1946 eingeweihten Gedenkensemble bekräftige Schlie, dass zur Geschichte des Nationalsozialismus auch die Geschichte des Verdrängens, des Beiseiteschiebens und sogar eine Geschichte des Leugnens gehöre.  Der Parlamentspräsident würdigte die Verdienste des Mahnmalinitiators Prof. Gyula Trebitsch.
Neben Schlie legten zahlreiche Organisationen Kränze nieder. Musikalisch begleitete Kantor Stephan Reinke zusammen mit Martin Altmann und Burkhard Katz das feierliche Gedenken anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz vor 74 Jahren. Die Musiker interpretierten Stücke die im Ghetto von Vilnius entstanden sind.
Die Rede des Parlamentspräsidenten war der inhaltliche Höhepunkt einer dreitägigen Veranstaltungsreihe, die von der Arbeitsgemeinschaft Mahnen um den ehemaligen Pressesprecher der IHK Schleswig-Holstein und Journalisten Michael Legband organisiert wurde. Am Freitag machte die Itzehoer Journalistin und Politologin Dr. Regina König den Auftakt mit einem Vortrag über das Schicksal jüdischer Familien aus Itzehoe und dem Kreis Steinburg. König erläuterte ihre Herangehensweise und ihre Recherchetechnik in einer Zeit, als es noch kein Internet gab. Ihr sei es zu verdanken, dass das Schicksal zahlreicher jüdischer Familien aus Itzehoe und dem Kreis Steinburg nachgezeichnet werden könne, so Legband.
„Itzehoe unterm Hakenkreuz“ hieß am Samstag die Stadtführung von Ingo Lafrentz. Der Historiker informierte über die einstige NS-Kultstätte, dem sogenannten Germanengrab. Auf dem zentralen Itzehoer Friedhof referierte Lafrentz an einem Grabstein für Kinder von Zwangsarbeitern, die in der damaligen Gesellschaft nicht aufwachsen durften. An einem Gedenkstein für Zwangsarbeiter beleuchtete der Forscher das Schicksal der rund 7.000 Zwangsarbeiter im Kreis Steinburg. Auch diese Führung zeichnete sich durch einen starken Besucherzustrom aus.  Im Anschluss wurde der Film „Des Teufels General“, der Curd Jürgens die Weltkarriere ermöglichte, gezeigt.
Am Sonntag folgte nach der Feierstunde am Mahnmal noch ein Vortrag in Itzehoes kleinstem Gotteshaus. Pastor Willfrid Knees sprach in der Sankt-Jürgen-Kapelle über den Antisemitismus. Umrahmt wurde dieser Vortrag musikalisch von dem namhaften Cellisten David Shamban.

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