"Führerschein" für Bus und Bahn:

Aktion des Seniorenbeirats wird gut angenommen

Stolz zeigen elf der 13 Teilnehmer ihren „Führerschein“ für Bus und Bahn. Sie waren von den Erkenntnissen der Fahrt angetan. Fotos: Domberg

Reiseleiter Ludwig Reese erläutert Joachim Behm den Fahrscheinautomaten.

Bad Bramstedt (bmd) – Unter Einhaltung aller Hygieneregeln im Zuge von Corona gab es bereits zwei Touren des Angebots „Führerschein“ für Bus und Bahn, ein Schleswig-Holsteinisches Pilotprojekt des Seniorenbeirates der Stadt Bad Bramstedt. Es geht darum, älteren und auch jüngeren Fahrgästen die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) zu erleichtern – ob Bedienung des Fahrscheinautomaten, Lesen der Fahrpläne, das Organisieren von Umsteigebeziehungen, Barrierefreiheiten und alles, was das Fahren mit Bus und Bahn erleichtert.
„Bereits die erste Tour, die ausschließlich auf den Gleisen der AKN stattfand, wurde hervorragend bewertet“, bilanzierte Hartmut Heidrich, Vorsitzender des Seniorenbeirates, der die Tour begleitete. Elf Fahrgäste zwischen 62 und 85 Jahren, letzterer ein begeisterter Radrennfahrer, „kreuzten“ auf allen drei AKN-Linien. Dabei erfuhren sie gleich in Bad Bramstedt, wie man die dortigen kombinierten Not- und Info-Säulen nutzen kann, wie sich der Eisenbahnknoten Neumünster „anfühlt“, wo Züge der DB von Hamburg nach Kiel und Flensburg „geflügelt“ werden und wo sich die dortigen Aufzüge „verstecken“.
Nicht unwichtig, dass sich während der relativ langen Fahrt nach Hamburg auf dem Bahnsteig in Quickborn eine Toilette befindet, wo man seine Fahrt allerdings unterbrechen muss. Und dass ein höhengleicher Umstieg für Mobileinschränkte auf die Linie A 3 nach Elmshorn in Ulzburg-Süd sinnvoller ist als in Henstedt-Ulzburg.
Ähnliches gilt auch bei einem Umstieg zur Nordbahn Richtung Bad Oldesloe über Bad Segeberg für den Bahnhof Neumünster- Süd, der allerdings bei dieser Tour nicht vorgesehen war.
Die eigentlichen „Aha-Effekte“ erlebten auch eingefleischte Bahnnutzer an den Fahrscheinautomaten. Dass sich das Gebiet des Hamburger-Verkehrsverbundes (HVV) bis Bad Segeberg erstreckt, war kein „Allgemeingut“. Wie man am Automaten zu bestimmten Zeiten bereits ab zwei Personen 80 Prozent des Fahrpreises sparen kann, wusste keiner der Teilnehmer. Viele Aspekte und Möglichkeiten in und an den Zügen zwischen Neumünster und Hamburg-Eidelstedt rundeten das mehr als siebenstündige Fahrerlebnis, dass „wie im Fluge verging“, wie ein Gast feststellte, ab.
Bei der zweiten „Führerschein-Fahrt“ „kreuzte“ eine 13-köpfige Gruppe auf den Strecken der AKN, der DB und der Nordbahn bis Bad Oldesloe mit gleichen Erkenntnissen. Wie resümierte der Bad Bramstedter Dieter Runge auf dem Feedbackbogen, der am Schluss verteilt wurde? „Die Bahn ist moderner geworden – und Fahrkartenautomaten sind keine Monster.“ „Ich habe Dinge erfahren, von denen ich bisher wenig wusste,“ ergänzte der Rolandstädter Joachim Behm.
Für die nächsten beiden Touren am 4. August (AKN-Netz) und am 6. August (AKN, DB und Nordbahn) sind noch einige Restplätze frei.
Für beide Touren beträgt der pauschale Fahrpreis zwölf Euro. Da Gruppenkarten genutzt werden, sind besondere Ermäßigungen, auch mit Schwerbehindertenausweis, nicht vorgesehen. Teilnehmer mit Rollatoren oder leichten Rollstühlen können mitfahren. Die Beförderung von schweren Elektro-Rollstühlen und Scootern ist zurzeit nicht möglich.
Die Fahrten von mindestens acht bis zu 13 Personen leiten Ludwig Reese und der ehemalige ÖPNV-Manager Bernhard-Michael Domberg. Die Aktion richtet sich nicht nur an Senioren, auch Jüngere sind willkommen, das Mindestalter beträgt 18 Jahre.
Am Schluss gibt es nicht nur den „Führerschein“ für Bus und Bahn, sondern auch eine kompakte Nutzungsanleitung für Bus und Bahn für künftige Touren.
Anmeldungen bei Ludwig Reese: E-Mail ergo-reese@t-online.de oder Telefon 04192 8266.

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