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"De Gill schall leben!"

An Pfingsten ist die "Hochzeit" der Bramstedter Fleckensgilde.

Aufstellung zum Gruppenfoto vor dem Schuhhaus Wagner: Anja, Rolf und Karl „Kalli“ Wagner (v. re.) begrüßten den Jüngsten Sebastian Kühl (li.) und den Gildevorstand zur Schuhspende. Fotos: Otto

Rolf Wagner (li.) spendete dem Jüngsten Sebastian Kühl neue „swatte Schoh“.

Burkhard Reck ist amtierender Öllermann der Fleckensgilde von 1560.

Bad Bramstedt (anz/hot) – „Pingsten is Gill-Tied! De Gill schall leben!“ So heißt es jetzt wieder bei der Bramstedter Fleckensgilde von 1560. Denn Pfingsten is die „Hochzeit“ bei der Gilde.
Auftakt für die „Gill-Tied“ ist traditionell die Schuhspende für den Jüngsten. Damit er die für Pfingsten anstehenden ausdauernden Rundgänge auch „standesgemäß besohlt“ und gut zu Fuß erledigen kann, bekam in diesem Jahr Sebastian Kühl seine neuen „swatten Schoh“ im Schuhhaus Wagner. Der 38-jährige Schifffahrtskaufmann aus Bad Bramstedt kam in einem wirklich originellen Outfit. Er „outete“ sich als bekennender HSV-Fan und kam in Trikot, Sporthose und mit der HSV-Fahne zur Schuhspende. Und hatte Fußball-Stollenschuhe an. Mit denen kann er natürlich schlecht auf Gilde-Rundgang gehen. Doch Rolf Wagner fand schnell die passenden schwarzen Schuhe für ihn – Größe 42. HSV-Fan ist Sebastian Kühl, der selbst nicht aktiv Fußball spielt, übrigens schon seit 1999. „Mein Vater hat mich damals mit ins Stadion genommen.“
Die Bramstedter Fleckensgilde von 1560 erinnert traditionell an Pfingsten an die Jahre des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Der Historie der Gilde liegt eine großartige soziale Tat zu Grunde: Seinerzeit hatten die Bramstedter Bürger den vom dänischen König verpfändeten Flecken, getragen von dem Motto „Einer für alle – alle für einen“, unter der Einigung des damaligen Fleckensvorstehers Jürgen Fuhlendorf zurückgekauft. Der Kaufpreis war erheblich. So betrug der vom dänischen König erzielte Pfandbetrag 14.000 Taler. Dieser Betrag musste von 69 Hofschaften, die den Flecken Bad Bramstedt seinerzeit ausmachten, aufgebracht werden. Der Fleckensvorsteher Jürgen Fuhlendorf hatte die Gesamtheit der Haushalte davon überzeugt, dass jeder die Hälfte seines Vermögens verkauft und die andere Hälfte verpfändet. Wenn man bedenkt, dass seinerzeit ein Taler in etwa den Wert eines Schweins ausmachte, kann man von einem auf heute bezogenen Wert von um die drei bis vier Millionen Euro ausgehen. „Jenes Motto, ,Einer für alle – alle für einen‘, hat heute wie damals Bestand. Er war und ist der ‚Kitt‘, der den Zusammenhalt einer Gesellschaft ausmacht“, so Gildeschreiber Dr. Martin Wisy. Am Pfingstmontag und am Dienstag geht der Gildevorstand auf seinen Inspektionsgang durch die Stadt. Am Dienstag übergibt Bürgermeisterin Verena Jeske im Schloss den Stadtschlüssel an den Öllermann Burkhard Reck. Gildemeister Ansgar Schroedter verliest den Gildebefehl, den die Bürgermeisterin bis abends „ausführen“ muss. Schlusspunkt ist am Mittwoch das Frühstück mit dem neuen Jüngsten im Kaisersaal.
Die Fleckensgilde lädt alle Gildemitglieder, Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste herzlich zu folgenden Veranstaltungen ein:
Pfingstsonntag, 28. Mai, 10 Uhr: Festgottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche – es singt der Bad Bramstedter Männerchor;
Pfingstmontag, 29. Mai: Gegen 8.15 Uhr treffen die Jüngsten auf originelle Weise vor dem Kaisersaal ein.
Pfingstdienstag, 30. Mai: Um 20 Uhr beginnt der Gildeball im Kaisersaal. Gegen 20.30 Uhr wird um den Roland getanzt, um das Vermächtnis des Fleckenvorstehers Jürgen Fuhlendorf einzulösen. Dabei gibt es Grußworte der Stadt und des Kreises Segeberg. Auf dem Saal wird dann der neue Jüngste ausgerufen, danach ist Tanz bis in den frühen Morgen.

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