Tierquäler köpft rund 50 Tauben

PETA bietet 1000 Euro Belohnung für Hinweise

Foto: Prima Wochenende

Neumünster (pm) – Tierquäler gesucht: Der Polizei Neumünster zufolge entdeckte eine Spaziergängerin am vergangenen Donnerstagabend etwa 40 bis 50 geköpfte Tauben auf einem Feldweg in Neumünster. Nach Polizeiangaben war die Beringung der Tiere entfernt worden. Daher ist davon auszugehen, dass die toten Vögel keine Wildtauben waren. Die Polizeidirektion Neumünster bittet unter 04321-9450 um sachdienliche Hinweise zu der Tat.
 
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die die tatverantwortliche Person überführen. Menschen, die etwas beobachtet oder anderweitige Hinweise haben, werden gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
 
„Die unbekannte Person, die die Tauben getötet hat, muss zur Rechenschaft gezogen werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Leider werden Tauben, die von Züchtern für Wettflüge eingesetzt werden, oft einfach getötet, wenn sie nicht die gewünschte Leistung bringen. Auch deswegen setzen für uns für ein Verbot von Taubenwettflügen ein“
 
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
 
Tauben sind fürsorgliche Eltern und ihren Partnern gegenüber sehr treu – der Verlust des Gefährten oder ihrer Jungen bedeutet für die sensiblen Tiere großes Leid. Diese Treue und Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag wird im „Brieftaubensport“ skrupellos ausgenutzt. Bei Wettbewerben werden die Vögel häufig gezwungen, Strecken von mehreren hundert Kilometern zu ihrem Heimatschlag zurückzulegen. Viele von ihnen sterben auf den anstrengenden Flügen an Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. PETA weist auf die Tierschutzwidrigkeit des Brieftaubensports hin und fordert ein Verbot der Taubenwettflüge in Deutschland.
 
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
 
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Tatverantwortlichen zu helfen.
 
Das Motto der Tierrechtsorganisation lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.


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