Nachfrage hat Erwartungen weit übertroffen

Das Projekt Notfalldose

Karin Classen und Maike Bernhardt – Quartier Neumünster Foto: pm

Neumünster (pm) -Rettungsdienste kommen in eine Wohnung, eine Person liegt am Boden und ist nicht mehr ansprechbar. Mit solchen Situationen sind Einsatzkräfte immer wieder konfrontiert und stehen dann häufig vor dem Problem, dass sie für ihren Einsatz notwendige Informationen über Patient*innen nicht oder nur schwer auffinden können und dadurch wertvolle Zeit verlieren. Hierbei kann die Notfalldose Abhilfe schaffen. Sie beinhaltet alle wichtigen Informationen wie z.B. Kontaktdaten von Angehörigen, Hinweise zum Gesundheitszustand und Vorerkrankungen oder dem Standort wichtiger Unterlagen.

Finanzierung durch Spenden – Nachfrage hat Erwartungen weit übertroffen


Anschaffung und Ausgabe der Dosen wurden über Spenden finanziert, die über die Spendenplattform der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) www.wir-bewegen.sh eingeworben wurden. Gemäß des "Alles-oder-nichts-Prinzips" hatte die AWO Schleswig-Holstein insgesamt 60 Tage Zeit, ihr selbstgestecktes Spendenziel von 5.000€ zu 100% zu erreichen. Dafür mobilisierte sie zahlreiche Ortsvereine, Kreisverbände und Einrichtungen der AWO sowie Sparkassen und Firmen.
Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sind Premiumpartner der Spendenplattform WIR BEWEGEN.SH und spenden dort pro Jahr mindestens 50.000 Euro für verschiedene Projekte. Die Sparkasse Südholstein unterstützte die AWO Spendenaktion „Notfalldose“ mit 500 Euro. Das Spendenziel konnte insbesondere durch die Unterstützung der Sparkassen in Schleswig-Holstein sogar übertroffen werden. Dabei ging jeder zusätzliche Euro in die Anschaffung weiterer Notfalldosen, die landesweit über die Ortsvereine und Kreisverbände sowie die Einrichtungen der AWO verteilt wurden.
Für Neumünster standen etwa 600 Notfalldosen zur Verfügung. Diese können solange der Vorrat reicht kostenfrei dienstags in der Zeit von 10.00 – 13.00 Uhr bei der Quartiersmanagerin Maike Bernhardt im Quartier „Unter dem Wasserturm“ in der Schillerstraße 11-13, sowie montags zwischen 9.30 Uhr und 13.00 Uhr im Quartiersbüro von Martin Harms im Haus an der Stör in den Störwiesen 44 abgeholt werden.

Zielgruppe – Notfalldose nicht nur für ältere Menschen geeignet



Ursprünglich war die Ausgabe der Notfalldosen insbesondere für Senior*innen gedacht, da diese oftmals alleine leben und häufiger als andere Personengruppe auf Rettungsdienste angewiesen sind.
Insgesamt nimmt Angaben des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein zufolge die Zahl der Ein-Personen-Haushalte jedoch seit Jahren zu. So lebt laut aktuellem Mikrozensus in Schleswig-Holstein in 41% der Haushalte nur eine Person.

Die Notfalldose: Weitere Infos / So funktioniert’s

Die Dose wird in jedem Haushalt am gleichen, den Rettungsdiensten bekannten Ort platziert: In der Kühlschranktür. Aufkleber auf der Innenseite der Wohnungstür und dem Kühlschrank weisen Helfer*innen und Rettende darauf hin. Die Notfalldose ist bei Rettungsdiensten bereits bekannt und erleichtert deutlich deren Arbeit. Sie ist jedoch bisher nur in wenigen Haushalten vorzufinden. Das änderte die AWO Schleswig-Holstein mit ihrer Spendenaktion. Die Dosen wurden über die AWO Ortsvereine vor Ort herausgegeben. Es wurde jedoch innerhalb kürzester Zeit ein so großer Bedarf an den AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V. herangetragen, dass eine weitere Spendenaktion geplant ist. Hierfür werden auch weiterhin Spenden gesammelt. Wer die AWO Spendenaktion „Notfalldose“ unterstützen möchte, kann dies gerne mit einer kleinen Spende an die AWO Schleswig-Holstein tun:
Konto: DE70 2105 0000 0053 0050 23
Verwendungszweck: Spende Notfalldose, 1120130 .  

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