Nach der Entbindung ohne gesicherte Hebammenversorgung

Frauenrat appelliert an die Politik von Stadt und Land

Foto: Steffen Deubner / pixelio.de

Neumünster (pm) - Der Frauenrat der Stadt Neumünster setzt sich als Dachverband verschiedenster örtlicher und überörtlicher Frauenverbände für die Interessen der Frauen ein. Im Rahmen seiner Netzwerkarbeit ist der Frauenrat an zahlreichen sozialen Arbeits- und Projektgruppen in der Stadt beteiligt - so etwa auch beim Netzwerk Frühe Hilfen, welches seit Oktober 2018 von Stephanie Wandel vom Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Neumünster als neuer Netzwerkkoordinatorin geleitet wird. Stephanie Wandel war auf der letzten Mitgliederversammlung des Frauenrates im November 2018 zu Gast und berichtete dort über ihre Arbeit. Dabei kam auch das Thema der Hebammenversorgung zur Sprache. Wandel berichtete u.a., dass es in Neumünster Frauen gibt, die nach der Entbindung ohne gesicherte Hebammenversorgung dastehen - dies teils auch nach der Geburt des ersten Kindes. Diesen Zustand erachtet der Frauenrat als nicht hinnehmbar. Gesetzlich versicherte Frauen haben einen Anspruch auf Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft - dazu gehört auch die Hebammenhilfe (vgl. § 24 c Nr. 1 SGB V). Der Frauenrat fordert vor diesem Hintergrund die Politik in Stadt und Land auf, endlich gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Berufsausübungssituation für die Hebammen und damit zu einer verlässlichen Gewährleistung der Hebammenversorgung für betroffene Schwangere und Mütter führen. Es bedarf einer generellen  Aufwertung des Berufsstandes durch spürbare Verbesserung der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, damit sich auch künftig Frauen - und Männer! - entscheiden, den für die Gesellschaft so wichtigen Beruf der Hebamme bzw. des Entbindungspflegers zu ergreifen. Darüber hinaus appelliert der Frauenrat an die Politik von Stadt und Land, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu Gunsten der Berufsgruppe der Familien-, Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen zu überarbeiten: Familien-, Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen sehen sich derzeit der paradoxen Situation ausgesetzt,  nach Abschluss ihrer Fachweiterbildung weniger Geld zu verdienen, als es vor der Weiterbildung der Fall war.

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