Kampf um das Amt der Oberbürgermeisters

Die ersten Kandidaten stehen schon fest

Jutta Schlemmer Foto: Szymura

Sven Radestock Foto: Gottschalk

Im kommenden Jahr wählen die Neumünsteraner Bürger im Mai eine neue Oberbürgermeisterin/einen neuen Oberbürgermeister. Dr. Olaf Tauras von der CDU tritt nach seiner zehnjährigen Amtszeit nicht noch einmal an. Am gestrigen Freitag präsentierten CDU, FDP und BfB ihre Kandidatin Jutta Schlemmer. Am gleichen Tag verkündeten die Grünen ihre Nominierung für ihren Kandidaten. Sie schicken den Einfelder Stadtteilvorsteher Sven Radestock ins Rennen.

Neumünster (rjs) – Der Kampf um das Amt des Oberbürgermeisters hat begonnen. Vergangenen Freitag wurden die ersten zwei Kandidaten vorgestellt. Die CDU Neumünster setzt dabei auf Jutta Schlemmer und wird dabei unterstützt von der FDP und dem Bündnis für Bürger (BfB). „Es wird Zeit, dass wir unsere erste Oberbürgermeisterin bekommen, die zudem auch ihre Wurzeln in Neumünster hat“, erzählt der CDU Kreisvorsitzende Wolf Rüdiger Fers. „Wir haben viele Gespräche mit Jutta Schlemmer geführt und haben einstimmig mit unseren Parteien beschlossen, dass sie die richtige Kandidatin für diesen Posten ist. Sie ist jung und offen für neue Ideen. Dabei gibt es auch eine Übereinstimmung bei unseren politischen Idealen“, zeigen sich Andreas Gärtner vom BfB und Dr. Wolfgang Stein von der FDP einig.
Dabei hat die Unternehmerin ihre politische Karriere nicht von langer Hand geplant. „Ich bin im vergangenen Jahr in die CDU eingetreten, da ich mich aktiv politisch beteiligen wollte“, erzählt sie. Drei große Themen hat sie sich in ihre Agenda geschrieben.  „Ich möchte Neumünster von innen stärken und selbstbewusster machen. Besonders wichtig ist dabei die Innenstadt. Diese müssen wir attraktiv und lebendig gestalten. Außerdem müssen wir nach außen hin repräsentativer werden. Wir gelten seit über 20 Jahren als Pferdestadt. Dabei haben wir doch so viel mehr zu bieten“, erklärt Schlemmer. Als zweites Thema nennt sie den Fachkräftemangel in der Stadt. „Auch die Verwaltung muss von innen gestärkt werden. Die Mitarbeiter müssen in den Fokus rücken und auch in entscheidende Prozesse mit einbezogen werden.“ Als letzten Punkt möchte sie in dieser schwierigen Zeit Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen durch die Ansiedlung neuer Firmen. Dazu sollen neue Betriebsflächen geschaffen werden beziehungsweise brach stehende Gebäude neu erschlossen werden.  Mit sechs Jahren zog Jutta Schlemmer mit ihrer Familie von Kiel nach Neumünster. Ihr Abitur machte sie an der IGS Brachenfeld. Dann folgte die Ausbildung zur Augenoptikerin. Im Anschluss wurde der Meister in Karlsruhe gemacht. Seit zwanzig Jahren lebt sie wieder in Neumünster. Sie ist verheiratet mit Frank Schlemmer und hat drei Kinder. Sie gründete in der Schwalestadt drei Unternehmen (Glaswerk, Augenoptik Von Heute und Meisterbrillen-Manufaktur), die sie allerdings verkauft hat.
Jetzt muss die Nominierung der Kandidatin auf allen drei Mitgliederversammlungen der Parteien vollzogen werden. „Das ist allerdings eine Formsache“, sind sich Fehrs, Stein und Gärtner sicher.
Am gleichen Tag verkündeten die Grünen Neumünster ihren Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters. „Mit großer Mehrheit haben wir uns dafür ausgesprochen, bei der bevorstehenden Kreismitgliederversammlung Sven Radestock (Foto) für die anstehende Oberbürgermeisterwahl zu nominieren. Die Versammlung ist geplant für den 31. August“, informiert Hans Heinrich Voigt, Sprecher des Kreisverbands Neumünster von Bündnis 90/Die Grünen.  Sven Radestock ist 50 Jahre alt und seit 2013 Stadtteilvorsteher in Einfeld. Bei der Kommunalwahl 2018 zog er als erster Grüner mit Direktmandat in die Ratsversammlung und dort ist er Fraktionsvorsitzender. Er arbeitet als Hörfunk-Redakteur in Kiel und engagiert sich in seiner Freizeit im Kirchengemeinderat Einfeld und ist Mitglied in der Synode des Kirchenkreises Altholstein.  „Ich möchte für ein besseres Miteinander zwischen der Verwaltung und den Bürgen sorgen. Neumünster soll eine Stadt werden, in der man sich wohlfühlt. Dazu gehört auch, dass man auch sozial schwache Menschen in den Fokus rückt. In Vergangenheit wurde viel für die Wirtschaft getan, doch nun müssen Bereiche wie Wohnungsbau, Bildung und Kultur vorangetrieben werden. Neumünster hat da viel Potential, aus dem man reichlich schöpfen kann. Mein Ziel ist es, viele Menschen an einen Tisch zu bringen und dass man sich wieder gegenseitig zuhört. In der Ratsversammlung herrscht diesbezüglich oft ein rauer Ton. Meine Stärke ist es, dass ich sehr kommunikativ bin und zuhören kann. Probleme werden dann aber nicht auf die lange Bank geschoben, sondern zugig gelöst“, erläutert Radestock seine Ziele.

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