Holocaust vor der Haustür

Interaktive Karte und Spurensuche zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Neumünster jetzt online

Foto: pm

Nach circa einjähriger Planung und Ausarbeitung liegt jetzt eine Dokumentation über ein düsteres Kapitel der deutschen und im Speziellen der Neumünsteraner Geschichte vor, die man im Internet auf der Homepage www.spurensuche-neumuenster.de abrufen kann. Berichte von Zeugen für die Zeit von 1933 bis 1945 liegen auch über die kreisfreie Stadt Neumünster vor, so wie das jüngste spannende Buch von Stadtarchivar Dr. Carsten Obst gezeigt hat. Sie regen Menschen aber nur zu weiteren Aktivitäten an, wenn die Art der Präsentation spannend und zeitgerecht ist und vor allem, wenn es zum Mitmachen motiviert. Hier setzt unser Projekt „Spurensuche“ an. Wir versuchen, historisches Text-, Foto-, Film- und Audiomaterial ausfindig zu machen und mithilfe der Open-Source-Software uMap auf einer Karte zu präsentieren.
Der Holocaust vollzog sich vor unserer Haustür, beim Nachbarn und Mitbürger. Die Diskriminierung, Verfolgung, Beraubung und Ermordung von Juden, Sinti und Roma, Behinderten, Zeugen Jehovas, Homosexuellen und Andersdenkenden begann nicht in Auschwitz, sondern endete dort. Aber nicht selten auch im Nachbarhaus, beim Kaufmann oder im Wäldchen, in den Folterkellern der nächsten Gestapo-Dienststelle. „Spurensuche Neumünster“ informiert regelmäßig über neue Recherchen. Was passierte während der NS-Zeit in Neumünster? Wie gestaltete sich das Leben vor Ort, wer waren die Akteure, wer wurde zum Opfer?
Die Macher der Dokumentation würden sich wünschen, dass die noch lebenden Zeitzeugen mehr aus dieser Zeit berichten, um das Gesamtbild vervollständigen und das bereits jetzt abrufbare Material nach und nach ergänzen zu können. Dazu eignen sich z. B. die Durchsicht von Chroniken, alten Vereins-Zeitschriften, Fotos usw. Alle Sichtungen können unter Nennung des Namens und der Quelle an info@spurensuche-neumuenster.de gemeldet werden.

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