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Gedenken an die Opfer der Messerattacke

Ein Jahr nach der Bluttat fand in Brokstedt eine Gedenkveranstaltung statt.

Auch Ministerpräsident Daniel Günther (Mitte), Bürgermeister Clemens Preine (re.) und Michael Kyrath (li.), Vater des getöteten Mädchens, stellten vor der Kirche Kerzen für die Opfer auf. Fotos: Otto

Auf dem Brokstedter Bahnhof wurden am Gedenkstein Kränze niedergelegt und es wurde in einer Schweigeminute der Opfer der Messerattacke gedacht.

„In ewiger Liebe...“: Der Gedenkstein auf dem Bahnsteig erinnert an die Opfer der Messerattacke. Zwei junge Menschen verloren bei dem Anschlag ihr Leben.

Brokstedt (olz) – Es war eine Gedenkfeier, die angemessen ablief und zum Innehalten zwang. Auf den Tag genau ein Jahr nach der Messerattacke im Regionalzug im Bahnhof  von Brokstedt gab es am Tatort eine stille Feier.
Ein Gedenkstein auf Gleis 1 erinnert jetzt an die Bluttat, der zwei junge Menschen zum Opfer fielen. Die Freiwillige Feuerwehr Brokstedt stand Spalier, dann folgte die Trauergemeinde, um Kränze abzulegen. Auf dem gegenüberliegen Bahnsteig standen ein halbes Dutzend Fernsehhteams, die die Zeremonie dokumentierten. Mehrere Minuten verharrten die Trauergäste gemeinsam. Was vor dem Gedenkstein in der kleinen Runde besprochen wurde, war nicht zu hören.

Zur Gedenkfeier kamen neben Brokstedts Bürgermeister Clemens Preine unter anderem auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, die Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack sowie die Justizministerin Kerstin von der Decken. Auch der Vater der getöteten 17-jährigen Ann-Marie, Michael Kyrath, stand in der Runde und fand bewegende Worte.
Anschließend versammelten sich die Anteilnehmenden vor der Brokstedter Kirche. Dort konnte jeder eine Kerze für die Opfer der Messerattacke anzünden. In seiner kurzen Rede erinnerte Bürgermeister Clemens Preine an das schreckliche Geschehen im Regionalexpress 70 vor einem Jahr. „Die Geschehnisse vor einem Jahr werden wir nie vergessen. Diese sinnlose Tat hat das Leben zweier Teenager einfach ausgelöscht. Sie hatten zusammen noch so viele Pläne“, so Preine. Heute sei klar, dass fehlende Absprachen zwischen den Behörden damals die Tat begünstigt hätten. Vermehrte Polizeipräsenz und Kontrollen an den Bahnhöfen und ein Gesetzentwurf zur Verbesserung der Rückführung für straffällige Migranten seien nach seinen Worten erste Konsequenzen aus dieser Tat. „Weitere müssen folgen“, betonte Preine. Der Bürgermeister dankte ausdrücklich allen, die geholfen hätten, die schlimmen Ereignisse zu verarbeiten, „um Brokstedt wieder halbwegs in die Normalität zu führen“.

Nach den Worten von Ministerpräsident Günther sei es unsere Pflicht, aus dem schrecklichen Ereignis zu lernen. Dieser schmerzhafte Lernprozess sei nach einem Jahr aber noch nicht abgeschlossen. Unmittelbar nach dem Verbrechen habe die schleswig-holsteinische Landesregierung in Zusammenarbeit mit Hamburg Konsequenzen gezogen und auf den Weg gebracht. „Die Messerattacke vom 25. Januar 2023 hat unser Land nachhaltig erschüttert“, sagte der Kieler Regierungschef.  „Unsere Gedanken gelten den Verstorbenen, ihren Familien, die um sie trauern, und den Menschen, die nach einem Jahr noch immer unter dem schrecklichen Ereignis leiden.“
Anschließend lud Brokstedts Pastorin Almuth Loepthin die Trauergemeinde zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst ein. „Eine würdige Feier. Ruhig und ohne falsches Pathos“, bilanzierte eine 54-jährige Brokstedterin leise.

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