Einfelder Pastor grillt bald in Dänemark

"Abschiednehmen ist nicht meine Stärke"

Bibel, Glaube und Grillwurst teilen: Pastor Jonathan von der Hardt verbindet mit seinem Garten Erinnerungen an freundschaftliches Miteinander in Einfeld. Foto: + Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein

Neumünster (pm) - "Mit diesem Garten verbinde ich schöne Erinnerungen, wie wir hier mit dem Hauskreis gesessen und manchmal gegrillt haben", erzählt Jonathan von der Hardt. Nun packt der Pastor der Ev. Kirchengemeinde Einfeld den schon betagten Grill ein und sagt "Tschüs Neumünster". Im 10 Uhr Gottesdienst am Sonntag, 17. Juli, entpflichtet ihn Propst Stefan Block von seinem Dienst.

Neumünster (pm) - Den Grill packt von der Hardt in Kelstrup in Dänemark wieder aus. In Fußentfernung zum Ostseestrand steht sein künftiges Pastorat. "Ich bin einfach Meeresaffin", lacht der Theologe. Von August an ist er Pastor der Nordschleswigschen Gemeinde und predigt in gleich vier Kirchen im Raum Hadersleben. "Wobei zwischen der nördlichsten und der südlichsten rund 60 Kilometer liegen", erklärt von der Hardt. Als er sich Anfang des Jahres bei der Gemeinde der deutschen Minderheit in Dänemark vorgestellt hat, war das so etwas wie Liebe auf den ersten Blick: "Die Chemie hat einfach gestimmt." Wenn es jetzt nur noch mit dem Dänischen klappen würde. "Bei der Aussprache bin ich manchmal echt frustriert", gesteht der 50-Jährige.

Dafür ist küchentechnisch schon alles geritzt. "Die Eltern der Kindertagesstätte haben mir zum Abschied einen Fresskorb mit dänischen Spezialitäten geschenkt", freut sich Pastor Jonathan, wie er von den Kindern dort genannt wird. "Meine monatlichen Besuche in der Kita waren ein echtes Highlight", blickt er zurück.

"Abschiednehmen ist nicht meine Stärke. Das waren viereinhalb sehr gute und erfüllte Jahre in Einfeld", findet der Theologe. Er denkt an die Teamarbeit mit Pastor im Ruhestand Christian Dahl und den Mitarbeitenden. An die Gottesdienste, an denen er gemeinsam mit Kantorin Maike Zimmermann gefeilt hat. "Die persönlichen Begegnungen als Seelsorger waren mir sehr wichtig, und es fällt mir schwer loszulassen. Wenn ich jemanden beerdigt habe, möchte ich für die Trauernden auch danach noch da sein."

Der Presslufthammer übertönt fast seine letzten Worte. Im Gemeindehaus wird gebaut, Wand an Wand mit seinem Pastorat. "Der Lärm macht den Abschied etwas leichter", sagt Jonathan von der Hardt mit einem Augenzwinkern.

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