Der kleine Planet Merkur taucht am 11. November vor der Sonne auf:

Sternwartenkuppel ab 13 Uhr geöffnet

Mit speziellen Filtern können Astronomen einen sicheren Blick auf die Sonne werfen. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2016 ist, neben den sogenannten Sonnenflecken, auch der kleine Planet Merkur als dunkles Scheibchen zu erkennen. Fotograf: Marco Ludwig

Im „Sparkassen-Teleskop“ der vhs-Sternwarte Neumünster erschien der Merkur zuletzt im Jahr 2016 vor der Sonne. Auf diesem Bild ist neben dem dunklen Merkurscheibchen sogar ein riesiger Gasausbruch auf der Sonnenoberfläche zu erkennen. Fotograf: Stefan Bruns

Neumünster (pm) - Neben der Erde gibt es im Sonnensystem noch sieben weitere Planeten. Zwei von ihnen, Venus und Merkur, laufen innerhalb der Erdumlaufbahn um die Sonne, unseren Heimatstern. Sie können daher in seltenen Fällen sogar direkt vor der Sonne erscheinen. Am 11. November wird der kleine Merkur für einen sogenannten „Transit“ sorgen.

Wenn ein Objekt vor einem Himmelskörper vorbeizieht, spricht man von einem Durchgang oder Transit. Oft kommt es z. B. vor, dass ein Flugzeug direkt vor der Sonne oder dem Mond vorbeizieht. Eine Herausforderung für Himmelsfotografen ist der Transit der Raumstation ISS, die in seltenen Fällen nur für wenige Sekunden vor Sonne oder Mond erscheint. Im kosmischen Maßstab sind es jedoch Venus und Merkur, die zu einem solchen Transit in der Lage sind.

Da ein Merkurjahr mit nur 88 Tagen verhältnismäßig kurz ist, zieht der kleine Merkur von der Erde aus betrachtet sehr oft oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Direkt vor der Sonne, wie am 11. November dieses Jahres, ist er nur durchschnittlich alle sieben Jahre zu sehen. Von der Erde wird er dabei rund 101 Millionen Kilometer entfernt sein. Das Merkurscheibchen erscheint daher vor der 1,4 Millionen Kilometer großen Sonne verschwindend klein.

Eine Beobachtung der Sonne ohne geeignete Filter ist sehr gefährlich. Mit bloßem Auge sollte man zu keiner Zeit ungeschützt in die Sonne schauen, da man eine dauerhafte Schädigung der Augen riskiert. Ein Blick mit Fernglas oder Fernrohr gen Sonne würde sofort zur Erblindung führen. Astronomen verwenden für die Sonnenbeobachtung spezielle Filter, die nur rund ein Hunderttausendstel des Lichtes durch das Teleskop lassen. Oft sind nur Sternwarten oder gut ausgerüstete Amateurastronomen in der Lage, einen sicheren Blick auf unseren Heimatstern anzubieten.

An der vhs-Sternwarte Neumünster gibt es sogar spezielle Sonnenfernrohre, die ausschließlich zur Beobachtung unseres Sterns verwendet werden. Für Besucher wird die Sternwartenkuppel am 11. November ab 13:00 Uhr geöffnet. Bei hoffentlich klarem Himmel ist zwischen 13:35 Uhr und Sonnenuntergang das kleine Merkurscheibchen vor der Sonne zu erkennen. Erstmals soll sogar ein Livebild der Sonne direkt vom Teleskop in den Vortragsraum gesendet und auf einer großen Leinwand gezeigt werden. Auf die nächste Chance, einen solchen Merkurtransit zu sehen, müssen wir dann lange warten. Erst im Jahr 2032 zeigt sich der kleine Planet wieder vor unserem Heimatstern. Die Venus lässt sich allerdings noch mehr Zeit. Sie wird erst im Jahr 2117 wieder vor der Sonne auftauchen.

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