Bürgerpreis für Friedhelm Schulze

Jahrzehnte langes ehrenamtliches Engagement für die Bürger in Aukrug

Fotos: Gottschalk

Aukrug (pgo) - „Man darf nicht immer nur fordern, sondern muss als Bürger seiner Gemeinde auch etwas zurückgeben“, erklärt Friedhelm Schulze voller Überzeugung. Diese Einstellung setzt der 69-jährige Rentner aus Aukrug-Innien seit 40 Jahren unermüdlich in die Tat um. Drei Jahrzehnte lang engagierte er sich für den örtlichen Bahnsportclub. Seit Bestehen des Kulturfördervereins hat er im Vorstand wichtige Aufgaben unternommen. Bei Veranstaltungen wie dem Aukrug Open Air und dem Aukruger Bubble Cup trägt er tatkräftig zum Gelingen bei. Und nicht zuletzt schätzen ihn zahlreiche Kinder und Eltern als gut gelaunten Busfahrer beim Aukruger Kindergarten. Für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement wurde Friedhelm Schulze jetzt mit dem Bürgerpreis der Gemeinde Aukrug ausgezeichnet.

Seit acht Jahren ist Friedhelm Schulze nun im „Ruhestand“. „Seitdem habe ich mich nicht einen einzigen Tag lang gelangweilt“, erzählt der 69-Jährige lachend. Und das ist auch nicht verwunderlich. Bei seinem außerordentlichen ehrenamtlichen Engagement bleibt für Untätigkeit wirklich keine Zeit.
Gleich kurz nachdem Friedhelm Schulze aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg in den Aukruger Ortsteil Innien zog, begann er sich im örtlichen Bahnsportclub zu engagieren. Hier war er als Schatzmeister, Schriftführer und auch als erster Vorsitzender tätig. Darüber hinaus wirkte er als Punktrichter, half beim Aufbau für die Wettbewerbe und begleitete die Aukruger Kinder zu auswärtigen Wettkämpfen. Nach 30-jähriger Tätigkeit für den Bahnsportclub Aukrug e.V. übergab er seine Ämter in jüngere Hände.
Aktiv war Schulze von Beginn an auch im Bereich Kultur. Als Schatzmeister und davor als Schriftführer bestimmte er die Geschicke des Kulturförfervereins Aukrug e.V. maßgeblich mit. Getreu nach dem Motto „Wenn der Aukruger keiner Chance hat, zu Kultur zu kommen, dann kommt die Kultur eben nach Aukrug“ betreut er vier bis acht Veranstaltungen im Jahr. Das Spektrum umfasst dabei die Genres Jazz, Blues, Country, Rock und vieles mehr. Auch Kabarett, Lesungen und Kleinkunst gehören zum Angebot des Vereins. Unabhängig davon haben sich in Aukrug zwei Open Air Festivals etabliert. Beim Aukrug Open Air (AOA) an Himmelfahrt im Freibad gehört Schulze zum Organisations- und Helferteam, das sich um Auf- und Abbau, Elektrik und die Beleuchtung kümmert. Außerdem ist er hauptverantwortlich für den Getränkeeinkauf und den Verkauf während der Veranstaltung.
Das zweite hiesige Festival unter freiem Himmel ist der Aukruger Bubble Cup im Oktober. Auf dem Gelände einer Dachdeckerei bekommen überwiegend Nachwuchsbands aus ganz Norddeutschland und darüber hinaus eine Chance sich zu präsentieren. Auch hierbei ist Schulze aktiv bei Auf- und Abbau und beim Getränkeverkauf.
Ausgelastet scheint der gebürtige Niedersachse damit aber immer noch nicht zu sein, denn er leistet auch Gemeinschaftsarbeit im Freibad, das zurzeit grundsaniert wird. Hier übernimmt er Arbeiten wie das Pflegen der Außenanlagen und Rabatten und alles für die Saison vorzubereiten.
Besonders glücklich ist Friedhelm Schulze, wenn er mit dem „Gute-Laune-Bus“ im Einsatz ist. Seit 2013 fährt er zweimal wöchentlich oder nach Bedarf morgens um 8 Uhr sieben Kinder der Kita-Gruppe „Waldhasen“ vom Sammelplatz am Kindergarten zum Boxberg. Von hier gehen dann die Kinder mit den Erzieherinnen zur Schutzhütte im Wald. Um 11 Uhr holt er einen Teil der Gruppe dann wieder ab und fährt auf dem Weg zum Kindergarten noch am Erlenhof vorbei, um dort das Mittagessen für die gesamte Kita abzuholen. Während in den Kindergartenräumen das Essen verteilt wird, fährt er ein zweites Mal zum Boxberg und holt die zweite Gruppe Kinder ab, so dass dann alle gemeinsam essen können. „Als ich berufstätig war, habe ich im Außendienst für den Vertrieb eines Süßwarenfabrikanten gearbeitet. In all den Jahren bin ich circa vier Millionen Kilometer mit dem Auto durch ganz Norddeutschland gefahren. Dagegen sind die Touren mit dem Gute-Laune-Bus wirklich kurz“, sagt Schulze schmunzelnd und ergänzt: „Das Ganze macht einen Riesenspaß und im Bus ist immer gute Stimmung. Leider darf ich diesen Fahrdienst wegen der Corona-Pandemie zurzeit nicht ausüben. Die Kinder fehlen mir sehr.“
Auch die meisten der anderen zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten liegen gerade eher brach. So verbringt Schulze viel Zeit in seinem Garten und freut sich auf den Zeitpunkt, wenn alles wieder losgehen darf.
Für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement wurde Friedhelm Schulze Ende März mit dem Aukruger Bürgerpreis ausgezeichnet.

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