Zu viele Störstoffe in der Biotonne:

TBZ beteiligt sich an landesweiter Tonnenkontrolle

 

Foto: Szymura

Neumünster (pm) - Die Verunreinigung des Bioabfalls in Neumünster mit Plastik und anderem Restmüll gefährdet die Herstellung von Biokompost und ist ein Problem für unsere Umwelt. Zur Reduktion starten die schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaftsbetriebe vom 8. bis zum 17. September eine gemeinsame Kontrollaktion. Fehlbefüllte Biotonnen werden dann, wie in Neumünster bereits seit langem, landesweit von den Müllwerkern stehen gelassen. Das Motto: Mülltrennung ist Klimaschutz.

Plastiktüten bilden noch immer den größten Störstoffanteil in den in Neumünster. Das TBZ sieht der zunehmenden Verunreinigung in den Biotonnen mit Sorge entgegen. Immer öfter und in viel zu großen Mengen finden sich hier nicht biologische Abfälle, vor allem Plastiktüten und „kompostierbare“ Plastiktüten. Es wird zunehmend aufwendiger daraus Kompost herzustellen, da die Fremdstoffe aussortiert werden müssen.
Die Abfallwirtschaft leistet durch die getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabfällen einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. An keinem anderen Abfallstoff lässt sich der Grundgedanke einer Kreislaufwirtschaft so plastisch darstellen, wie beim Bioabfall. Aus Lebensmittelresten und anderen Biostoffen wird in der BAV (Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft mbH) wertvoller Kompost für die Landwirtschaft. Dieser Kompost aus Bioabfall ist ein wichtiger Einsatzstoff, um neue Lebensmittel zu erzeugen und auf chemische Düngemittel zu verzichten.
Das Entsorgungsunternehmen ist auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen und klärt bereits seit 2018 mit Hilfe der Umweltkampagne #wirfuerbio auf. „Wir wollen dort ansetzen, wo das Problem seinen Ursprung hat: In den Küchen und Biotonnen. Denn nur aus sauberen Bioabfällen – ohne Störstoffe – kann saubere Komposterde werden. Klimaschutz beginnt zu Hause bei jedem Einzelnen von uns“, betont der Fachdienstleiter Ingo Kühl. Das TBZ nimmt ihren Auftrag als kommunaler Entsorger sehr ernst und muss handeln: In Neumünster werden offensichtlich fehlbefüllte Biotonnen von den Müllwerkern nicht geleert und bleiben stehen. Das passiert parallel auch in den anderen Kreisen in Schleswig-Holstein. Mit der Gemeinschaftsaktion vom 8. September bis zum 17. September soll darauf noch einmal besonders aufmerksam gemacht werden. Das Motto der landesweiten Aktion: „Mülltrennung ist Klimaschutz: Schleswig-Holstein räumt auf in der Biotonne“.
In der Umweltkampagne #wirfuerbio – Biomüll kann mehr bündeln die Abfallwirtschaftsbetriebe des Landes bereits seit 2018 ihre Kräfte. Sie gehen mit dieser Gemeinschaftsaktion den nächsten Schritt gegen die Verunreinigung des Bioabfalls und wollen damit die Qualität der aus Bioabfall gewonnenen Komposterde verbessern. Das große Ziel ist die nachhaltige Verwertung von Bioabfällen. Unterstützt wird die Landesweite Kontrollaktion von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht. „In unseren Bioabfällen stecken Tag für Tag wertvolle Rohstoffe, die intelligent nutzbar gemacht werden können. Die landesweite Tonnenkontrollaktion mit #wirfuerbio hat genau den richtigen Ansatz und schon der Name macht klar, dass damit wir alle gemeint sind. Sichern wir gemeinsam die Qualität unserer Rohstoffe, halten wir unseren Biomüll frei von Fremdkörpern wie Plastik!“, appelliert Umweltminister Jan Philipp Albrecht.

Ablauf der Tonnenkontrollen

Strategie: Rote Karte
Bei den Tonnenkontrollen werden von den Müllwerkern nur Behälter stehengelassen, wenn gravierende Mängel vorliegen. Die Behälter werden in diesem Fall mit einem Tonnenanhänger versehen, der auf die fehlerhafte Befüllung hinweist. Der Tonnenanhänger liefert Hinweise zur richtigen Sammlung von Bioabfällen. Der Nutzer der Tonne hat die Möglichkeit, bis zur nächsten Abfuhr die Fehlwürfe zu entfernen oder den Inhalt der Tonne kostenpflichtig als Restmüll entsorgen zu lassen.

Weitere Informationen zur Gemeinschaftsaktion finden Sie hier:
www.wirfuerbio.de/mission-klimaschutz   

 
Das Problem Plastik und „kompostierbaren“ Plastiktüten im Detail
Plastik und kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne. In Mikroplastik zerfallen, können Plastiktüten nicht mehr ausreichend aus dem fertigen Rohkompost gesiebt werden und landen so auf den Beeten und Äckern, werden ins Grundwasser gespült, gelangen ins Meer und damit unweigerlich in unsere Nahrungskette.
Was viele nicht wissen: Innerhalb des Produktionsprozesses von Vergärungs- und Kompostierungsanlagen werden auch kompostierbare Beutel nicht sicher vollständig biologisch abgebaut. „Die Zersetzungszeit dieser Tüten liegt deutlich über den Produktionszeiten der BAV in Neumünster. Somit sind diese Beutel – ebenso wie herkömmliche Plastikbeutel – Fremdstoffe, die entfernt werden müssen. Wir wollen störstofffreien Bioabfall und funktionierende Anlagen für mehr Bioenergie und saubere Komposterde“, so Ingo Kühl.

Bioabfallsammlung im Haushalt: So geht’s richtig.
Bioabfälle sollten im besten Fall lose in einem dafür vorgesehenen Behälter gesammelt und direkt – ohne Plastiktüte bzw. kompostierbare Plastiktüte – in die Biotonne entleert werden. „Wer seinen Bioabfall dennoch in einer Plastiktüte sammeln möchte, kann den Inhalt in der Biotonne entleeren und die Plastiktüte im Anschluss in den Restmüll geben. In den meisten Fällen steht die Restmülltonne direkt neben der Biotonne“, appelliert Thorsten Biedermann, Abfallberater beim TBZ. Deutlich einfacher sei es, Zeitungspapier oder Papiertüten zu verwenden.
Diese Papiertüten erhalten Sie online auf wirfuerbio.de/shop oder im Handel. Geeignet sind alle Papiertüten, die zu 100 Prozent aus Papier bestehen. Machen Sie mit und halten Sie Ihre Biotonne frei von Plastiktüten.
 

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