Sommer - Sonne - Hitzewelle

01.08.2018

Hitze hat die Stadt im Griff

Die heißen Temperaturen lassen die Neumünsteraner seit Wochen ordentlich schwitzen. Auch die öffentlichen Grünanlagen würden unter der lang anhaltenden Trockenheit ohne Bewässerung leiden. Kaum Entlastung brachten die wenigen Schauer.

Neumünster (rjs) – Der Sommer hat Neumünster im Griff: Temperaturen um die 30 Grad Celsius lassen die Bürger ordentlich schwitzen. Seit Wochen hat es kaum geregnet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind von Anfang Mai bis zum 25. Juli gerade mal 60 Millimeter gefallen, im Schnitt wohlgemerkt. Im nassen Vorjahr waren es 284 Millimeter Niederschlag in dieser Zeit. Doch wo der Mensch einfach den Wasserhahn aufdrehen kann, sieht es für Pflanzen anders aus: Das Gras ist verbrannt und Bäume werfen ihre Blätter vorzeitig ab, da sie nicht genügend Flüssigkeit bekommen. Das Technische Betriebszentrum Neumünster (TBZ) hat daher zurzeit alle Hände voll zu tun, um die öffentlichen Grünanlagen zu wässern. „Wir rücken jeden Tag mit 15 bis 20 Mitarbeitern aus, um die Pflanzen und Bäume zu versorgen. Mit 1.000 Litern sind die Tanks unserer
Kolonnenfahrzeuge voll befüllt“, erklärt Holger Fockenga, stellvertretender Leiter des TBZ. „Vorrangig sind wir in der Innenstadt unterwegs. Aber auch einige Außenbereiche wie das neue Industriegebiet an der A7 gehören zu unserer Route. Dort sind viele junge Bäume zu finden, die erst vor ein paar Jahren gepflanzt worden sind. Diese können Wasser nicht so lange speichern und sind daher pflegeintensiver“ erzählt Fockenga weiter. An welchen Standorten bewässert werden muss, liegt im Entscheidungsbereich der Kolonenführer. „Leider schaffen wir es nicht, überall zu sein.“
Dabei ist das TBZ nicht für alle Pflanzen in der Innenstadt zuständig. Die 162 roten Geranienampeln werden von Peter Zerbe versorgt. „Drei Mal in der Woche gebe ich den Blumen Wasser und Dünger. Der Tagesbedarf liegt bei jeweils 1.500 Litern“, informiert Peter Zerbe, dessen Arbeitstag kurz vor fünf beginnt.
Auf die Frage, ob die Bürger in der jetzigen Situation helfen können, antwortet Holger Fockenga: „Andere Gemeinden haben ihre Bürger dazu aufgerufen, öffentliche Bäume und Sträucher, wenn diese sich in der Nähe des eigenen Grundstücks befinden, mit zu versorgen. Wir schließen uns dem Aufruf nicht unmittelbar an, denn wenn jemand dann in den Urlaub fährt, würden diese Stellen brach liegen und vertrocknen. Wer helfen mag, kann dies aber zusätzlich tun.“ Und dabei muss man auch kein schlechtes Gewissen haben. „Wassersparen ist in unserer Region nicht erforderlich. Zwar vermerken wir einen Anstieg des Wasserverbrauchs um zehn Prozent (circa 531.190 Kubikliter im Monat Juli), aber es ist noch genügend Tiefenwasser in unseren Brunnen vorhanden“, erzählt Nikolaus Schmidt, Pressesprecher der Stadtwerke. „Wer seinen Garten grün erhalten möchte, kann in Ruhe sprengen“, fügt er anschließend an.