Appell an Umweltministerium Schleswig-Holstein:

07.09.2018

Katzenkastrationsprojekt muss fortgeführt werden

Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Der Deutsche Tierschutzbund und der Deutsche Tierschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein haben das schleswig-holsteinische Umweltministerium um weitere finanzielle Unterstützung der landesweiten Katzenkastrationsaktion gebeten. In diesem Fall würden die Verbände ebenfalls 40.000 Euro für die Fortsetzung der bisher sehr erfolgreichen Aktion beisteuern.

„Die Finanzierung der Kastrationsaktion sollte dringend fortgeführt werden, damit die bereits erzielten Fortschritte nicht wieder rückgängig gemacht werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Seit 2014 konnten wir knapp 13.000 Straßenkatzen kastrieren und den Teufelskreis der unkontrollierten Fortpflanzung durchbrechen“, ergänzt Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein. „Die Tierheime melden einen Rückgang an Fundkatzen von bis zu 30 Prozent. Um dieses so erfolgreiche Projekt nicht scheitern zu lassen, appellieren wir an den Umweltminister, die Rücknahme der Gelder noch einmal gründlich zu überdenken.“

Die bisher in Schleswig-Holstein durchgeführten Kastrationsaktionen werden als vorbildliche Zusammenarbeit von Land, Kommunen, Tierschutzverbänden und Tierärzteschaft angesehen. Das in den letzten Jahren angewendete Finanzierungsmodell, bei dem sich Land und Kommunen gleichermaßen finanziell beteiligten, hat sich als geeignet erwiesen. Nun können die Kommunen – nach eigener Aussage - aus „rechtlichen Gründen“ ihren Anteil von 90.000 Euro nicht in den dafür vorgesehenen Fonds einzahlen. Die anteiligen Kosten der Kommunen wollte in der Folge das Umweltministerium mitübernehmen und insgesamt 180.000 Euro bereitstellen – davon ist jetzt aber keine Rede mehr. „Schleswig-Holstein sollte nun entweder seine Ankündigung doch noch wahr machen oder die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen, dass die Kommunen in den Fonds einzahlen können“, sagt Schröder. „Unter diesen Voraussetzungen würden wir die Aktion, zusammen mit unserem Landesverband, gerne weiterhin unterstützen und einen Betrag von 40.000 Euro zur Verfügung stellen.“

Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein schätzungsweise 60.000 bis 70.000 frei lebende Straßenkatzen. Ein Stopp der Kastrationsaktion würde bedeuten, dass die Tierheime mit der Bewältigung der Straßenkatzenproblematik alleine gelassen werden und es langfristig wieder zu einem Anstieg der Population und einer vermehrten Aufnahme von Jungtieren oder kranken Katzen in den Tierheimen kommen würde.

  • Bauen Wohnen

    Bauen Wohnen 2018 12